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Industriemuseum
Museum feiert Jubiläum und wird derweil umgebaut

Kirstin Zinke vor den Stromverteilerkästen in der Fabrik 3, die erhalten bleiben.
Kirstin Zinke vor den Stromverteilerkästen in der Fabrik 3, die erhalten bleiben. FOTO: Katrin Demczenko
Knappenrode. Von 1918 bis 1993 sind in der Brikettfabrik Knappenrode, heute Herzstück des Industriemuseums, Millionen Braunkohlebriketts produziert worden. 2018 wird an das 100. Jubiläum dieser Inbetriebnahme erinnert. Von Katrin Demczenko

Als einen Höhepunkt im Jubiläumsjahr nennt Museumsleiterin Kirstin Zinke die Ausstellung „,Kunst + Kohle’ – Arbeit und Bergbau in der DDR-Kunst“ des Dresdener Instituts für Kulturstudien. Diese beginnt am 1. Mai.

Der Zweckverband Sächsisches Industriemuseum, zu dem die Energiefabrik gehört, feiert sein 20-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung am 10. Juni in Knappenrode. Das ist eine Würdigung des 2015 vom Landesdenkmalamt Sachsen als „national bedeutsam“ eingestuften Industrieobjektes, findet Kirstin Zinke. An diesem Wochenende sind auch wieder „Fabrik.Fest.Spiele“, die im Zeichen der Anfangsjahre der Brikettfabrik stehen werden. Knappenrode mit seinen Vereinen und dem Blasorchester Glückauf feiert mit der Energiefabrik sein Sommerfest am Bergmannstag, 1. Juli.

Neben der Organisation dieser und anderer Veranstaltungen läuft jetzt der Umbau der Energiefabrik zu einem kleineren, noch erlebnisorientierteren Industriemuseum. Seine Fläche schrumpft auf Wunsch des Landkreises Bautzen, des Trägers der Einrichtung, von 25 auf sieben Hektar, um die Unterhaltungskosten bezahlbar zu gestalten.

Ausgegliedert werden bis zum Jahr 2020 viele bewaldete Flächen. Die frühere Lehrwerkstatt der Brikettfabrik, die aktuell als Zwischendepot dient, jene Häuser, in denen sich die Kasse, die Touristeninformation und die Dauerausstellung „Feuerwehr/Brandschutz/Grubenrettungswesen“ befinden, das Verwaltungsgebäude und einige jetzt ungenutzte Häuser betrifft das auch, erklärt Kirstin Zinke. All diese Gebäude sind denkmalgeschützt, bleiben Eigentum des Landkreises und bilden mit der Brikettfabrik ein authentisches, erhaltenswertes Gesamtensemble alter Industriearchitektur. Nach der Studie „Energiehöfe“ des Eigentümers von 2016 sollen sie nicht museal genutzt werden. Dafür werden Mitstreiter gesucht, die langfristig am Standort agieren wollen und „Platz für Ideen ist genug“, sagt die Museumsleiterin.

Der Fabrik-Erlebnis-Rundgang, die historisch wertvolle Waschkaue, die Draisinenstrecke sowie das Freigelände mit Grubentechnik und Tertiärwald bleiben beim Museum. Einige Feuerwehren, Objekte der Grubenrettungstechnik und Teile der Sonderausstellung „Als Knappenrode noch Werminghoff war“ gehen in die neue Dauerausstellung über. Diese wird die Entwicklung der Braunkohlegewinnung und -veredlung und die damit verbundene Industrialisierung der Lausitz abbilden. Künftig ist sie wie die Verwaltung und das Depot in der bisher kaum genutzten Fabrik 3 des riesigen Backsteinbaus hinter der Ofen- und Feuerstättenausstellung zu finden, sagt Kirstin Zinke.

Der neue Museumseingang mit Parkplatz vor der Tür und Besucher- sowie Touristeninformation entsteht im ehemaligen Motorenlager dieses Gebäudeteils. Ein Fahrstuhl bis aufs Dach ermöglicht einen Rundblick über die Lausitz und macht die ganze Energiefabrik barrierefrei zugänglich. Ab dem Frühjahr finden an einigen Wochenenden Baustellenführungen statt und der Museumsumbau wird unter web.saechsisches-industriemuseum.com/knappenrode.html erklärt.