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| 19:14 Uhr

RUNDSCHAU-Serie „Ich kaufe regional“
Münzen und Scheine beliebter als Karte

Bei Andreas Rümcke im Fotoatelier Kahnig sind beide Zahlungsarten Bar oder Karte akzeptiert. Die meisten Kunden zahlen jedoch mit Bargeld, meint der Unternehmer.
Bei Andreas Rümcke im Fotoatelier Kahnig sind beide Zahlungsarten Bar oder Karte akzeptiert. Die meisten Kunden zahlen jedoch mit Bargeld, meint der Unternehmer. FOTO: Anja Guhlan
Hoyerswerda . Die Banken werben seit Jahren beim Zahlungsverkehr für den Umstieg von Bargeld auf Karte. Doch der Widerstand bei lokalen Einzelhändlern und Kunden ist groß. Auch in der Hoyerswerdaer Region. Von Anja Guhlan

Die deutschen Verbraucher zahlen ihren Einkauf an der Ladenkasse weiterhin lieber in bar. Das geht aus einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI hervor. So werden noch 77 Prozent der Einkäufe in bar bezahlt. Das heißt, bei vier von fünf Transaktionen legen Kunden Münzen und Scheine auf den Tresen. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 78 Prozent. Vor allem bei kleinen Einkaufsbeträgen kommen bevorzugt Münzen und Scheine zum Einsatz. Laut der Studie wird Bargeld auch in den kommenden Jahren bei Beträgen unter 30 Euro die dominierende Zahlungsart bleiben.

Auch in Hoyerswerda wird am liebsten noch bar bezahlt. Das zeigt eine Umfrage in Hoyerswerda unter Bürgern und lokalen Einzelhändlern. „In meinem Fotoatelier sind fast alle Zahlungsarten akzeptiert. Doch vermehrt zahlen die Kunden in bar“, sagt Inhaber Andreas Rümcke des Fotoateliers Kahrig. Ihm fällt aber auf, dass gerade bei Beiträgen ab 30 Euro das Kartenzahl-Verfahren zunimmt. Auch Jaqueline Rätz vom Lederwaren-Geschäft in der Altstadt sagt, dass die meisten Kunden noch mit Scheinen und Münzen bezahlen. Bei Thomas Böhm im Optikerfachgeschäft in der Altstadt bezahlen die meisten Kunden auch mit Bargeld. Nur große Beträge ab 50 Euro werden mit Karte beglichen. Den Händlern ist das Barzahlen auch irgendwie lieber. „Mit Bargeld sind in der Regel die niedrigsten Kosten pro Transaktion verbunden“, erklärt Andreas Rümcke. Bei Zahlungen mit der EC- oder Kreditkarte fallen Gebühren an. „Gerade bei der Kreditkarte sind die Gebühren enorm hoch. Deshalb kann man in meinem Laden nur bar oder mit EC-Karte zahlen“, so Jacqueline Rätz.

Aber ist Bargeld nicht einfach zu teuer? Scheine müssen gedruckt, Münzen geprägt werden. Panzerwagen bringen die wertvolle Ware von A nach B. Für die Bürger Karl-Heinz Rohdehau (81) und Dieter Fischeder bleibt das Bargeld erstes Zahlungsmittel. „Ich halte lieber das Geld in der Hand und sehe, was ich ausgebe“, sagt Fischeder. Und Rohdehau ergänzt: „Wer bar zahlt, hinterlässt auch keine elektronischen Spuren.“ Zudem fällt Fischeder ein: „Wie soll man es ohne Bargeld denn dann mit dem Trinkgeld machen?“ Für die beiden Männer muss das Bargeld unbedingt erhalten bleiben. Der 16-jährige Eric Herzger setzt auch auf Bargeld, weil er so einen besseren Überblick über seine Finanzen hat. Die EC-Karte verwendet er nur bei größeren Beträgen, ab 200 Euro. Die beiden 30-jährigen Frauen Anja Müller und Melanie Brändel gehen hingegen ohne Karte gar nicht mehr einkaufen. „Wir zahlen fast alles mit der Karte. Die ist schnell griffbereit“, sagt Anja Müller. Einen dicken Geldbeutel mit sich herum zu tragen, oder Bargeld vom Automaten abzuheben, dies wollen sich die Frauen ersparen.

Das Bezahlen mit dem Smartphone würde ihnen auch gefallen, aber sie praktizieren es in Hoyerswerda nicht, da keines ihrer Geschäfte das Mobile Payment anbietet. Optiker Thomas Böhm hat sich zumindest schon mal mit dieser Zahlmethode beschäftigt und könnte sich vorstellen, dies einzuführen. Doch insgesamt steckt das Bezahlen via Smartphone noch in den Kinderschuhen.

Ich kaufe regional 4c
Ich kaufe regional 4c FOTO: LR