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Mühlen-Jubiläum mit Sturm-Blessuren

Was für technische Wunderwerke die Baumeister schon vor drei Jahrhunderten vollbracht haben, können sich Besucher am Pfingstmontag in Dörgenhausen ganz genau anschauen. Die Bockwindmühle des Dorfes lädt zum Mühlenfest anlässlich des Deutschen Mühlentages ein. In Dörgenhausen hat man noch einen zweiten Grund zum Feiern: Die 1707 erbaute Mühle ist in diesem Jahr genau 300 Jahre alt. Von Catrin Würz

„Schön wäre es schon gewesen, wenn sich zum Jubiläum die Mühlenflügel gedreht hätten“ , sagt Lothar Schäfer. Das sei theoretisch möglich - denn die gesamte Mühle ist noch voll funktionstüchtig, könnte sofort Getreide mit Windkraft mahlen. Doch das Sturmtief Kyrill hat einen Strich durch die Rechnung des Windmühlenvereins Dörgenhausen gemacht. Damals im Januar hatte der Sturm eine der vier Ruten abgebrochen. Die Verhandlungen mit der Versicherung zogen sich hin, ehe die Zusage zur Übernahme der Kosten kam. So ist die Reparatur nun nicht mehr rechtzeitig vor dem Mühlentag beendet - und die Flügel stehen still.
Doch das Innere der Mühle ist völlig unbeschadet geblieben und kann den Besuchern des Mühlenfestes gezeigt und erläutert werden. So werden Lothar Schäfer und seine Mitstreiter vom Windmühlenverein am Montag ganz sicher wieder im Marathon der Führungen stecken. Rund 400 bis 500 Menschen kommen alljährlich allein zum Mühlentag und zum Tag des offenen Denkmals, um das technische Denkmal in Dörgenhausen zu besichtigen.
Das hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. 1707 wurde die Mühle in Tschausdorf-Plau, 30 Kilometer östlich von Guben im heutigen Polen, gebaut. Im Jahr 1920 kaufte Müllermeister Max Werdin das Bauwerk auf Abbruch und ließ es in Einzelteilen zerlegt per Bahn nach Dörgenhausen bringen und baute hier die Mühle wieder auf. Von 1922 bis zum Tode des Müllers im Jahr 1941 wurde für Hoyerswerda, Dörgenhausen, Neida und Michalken Lohnmüllerei betrieben.
Nach dem Krieg hatte die Mühle wechselnde Besitzer, ist seit 1977 kommunales Eigentum und wird seit 1996 vom Windmühlenverein Dörgenhausen gepflegt und betrieben. In den 90er-Jahren wurde die Mühle grundlegend saniert. „Und so übt sie bis heute ihre Faszination auf die Besucher aus“ , freut sich Vereinschef Lothar Schäfer.

Zum Thema Mühlentag 2007
 In der Region rings um Hoyerswerda haben zum Deutschen Mühlentag am Pfingsmontag, 28. Mai, zwei Mühlen geöffnet:

Bockwindmühle Dörgenhausen: 10 bis 17 Uhr ständig Führungen; Imker, Korbflechter, Kaninchenzüchter sind vor Ort; Ponyreiten; am Nachmittag Puppentheater und Auftritt einer Kindertanzgruppe aus Wittichenau

Kober-Mühle Wittichenau:
kostenlose Führungen um 12, 14 und 16 Uhr durch die historische Getreide mühle