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"MS ,Nordstern', bitte kommen . . .”

Hannover/Görlitz/Stettin. (red/br) Ein 39-Jähriger hat am Mittwoch im Polizeirevier in Görlitz sein Schiff als "vermisst" gemeldet. Die Schilderung des Eigners klang wie die Story eines spannenden Kinofilms, merkt Polizeisprecher Thomas Knaup an.

Im Fokus stand das unter polnischer Flagge fahrende Gütermotorschiff "Nordstern". Dieses war am Samstag auf dem Mittellandkanal bei Hannover unterwegs und seitdem vom Radar verschwunden. Das rund 67 Meter lange Schiff war per GPS nicht mehr zu orten. Einen geplanten Ladeort bei Magdeburg hatte der Kapitän nicht angesteuert.

Die Beamten schrieben das Motorschiff in den internationalen Datenbanken zur Fahndung aus, heißt es weiter. Die Wasserschutzpolizeien in Riesa, Wilhelmshaven sowie Magdeburg meldeten daraufhin wichtige Informationen. Das Schiff im Wert von etwa 250 000 Euro war auf dem Weg über den Mittelland- und Elbe-Havel-Kanal in Richtung Oder. Auch die Schleusen Hohenwarte und Wusterwitz hatte der Kahn zwischenzeitlich passiert.

Aufgrund dieser Lageentwicklung informierte die Polizeidirektion Görlitz über das gemeinsame Zentrum der deutsch-polnischen Polizeizusammenarbeit in Swiecko (PL) die polnische Polizei.

Eine Streife der polnischen Polizei entdeckte das Güterschiff schließlich am Donnerstag in der polnischen Hafenstadt Stettin. Die Beamten überprüften es und hielten Rücksprache mit dem Kapitän. Dabei stellte sich heraus, dass es offenbar Streitigkeiten mit dem Eigner gegeben haben und der Kapitän kurzerhand das Ortungssystem des Schiffes ausgeschaltet haben soll.

Die Polizei informierte den 39-jährigen Eigentümer über den Liegeplatz der "Nordstern" und empfahlen ihm, die Unstimmigkeiten aus der Welt zu schaffen. Die Staatsanwaltschaft werde über den Fortgang der bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei entscheiden.