Erst in dieser Woche habe ein Bekannter eine Kurpackung Original Ginkgo Kraft erhalten, erklärt Wolfgang Baumgarten von der Cottbuser Verbraucherzentrale. 30 Kapseln des "hochwertigen Naturprodukts", so der Originaltext im Anschreiben, landeten im Briefkasten. Ausreichend für genau einen Monat "zum Erhalt und zur Stärkung der geistigen Leistungsfähigkeit".

Das Problem: "Die Ware ist nie bestellt worden", sagt Wolfgang Baumgarten. Trotzdem habe es sich nicht um eine Gratisprobe gehandelt, wie sie von Firmen mitunter verschickt wird. Denn mit den Kapseln gab es gleich noch die Rechnung. 9,70 Euro, ein Sonderpreis natürlich, zahlbar innerhalb von 14 Tagen.

Und auch für Nachschub ist gesorgt. Wer sich nicht melde, so heißt es in dem beigefügten Schreiben, erhalte künftig nach Verbrauch der letzten Sendung eine neue Lieferung. Dann freilich gibt es gleich fünf Packungen - 19,95 Euro Euro je Stück. "Da sind dann schnell mal 100 Euro weg", sagt Wolfgang Baumgarten.

Die Firma, die das Produkt anbietet, ist laut Baumgarten neu auf dem Markt. Die Anschrift freilich, das schweizerische Bottighofen, ist den Verbraucherschützern nicht unbekannt. "Dort gab es eine berüchtigte Firma, die hat Reisen verkauft und ist jetzt offenbar ins Ginkgo-Geschäft eingestiegen", mutmaßt Baumgarten.

Und wie soll man sich nun verhalten, wenn man die vermeintlichen Wunderpillen in seinem Briefkasten findet? Wer sich sicher sei, keine Kapseln bestellt zu haben, der brauche nicht zu reagieren und müsse natürlich auch nicht die Rechnung bezahlen, sagt der Experte der Verbraucherzentrale. "Ich brauche keinen Widerruf leisten, wenn ich keinen Vertrag abgeschlossen habe", erklärt Baumgarten. "Irgendwann wird die Firma dann mit den Lieferungen aufhören", ist sich Baumgarten sicher.