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Bautzen
Mönchskirchruine und Wasserturm sind jetzt besucherfein

Das pittoreske Ensemble aus Mönchskirchenruine und Wasserturm steht jetzt bei Führungen und Veranstaltungen für Besucher offen.
Das pittoreske Ensemble aus Mönchskirchenruine und Wasserturm steht jetzt bei Führungen und Veranstaltungen für Besucher offen. FOTO: Uwe Menschner
Bautzen . Das lange brachliegenden Areal wurde von der Stadt saniert. Historisches Flair wird jetzt wieder erlebbar gemacht. Von Uwe Menschner

Die Stadt Bautzen ist um eine weitere touristische Attraktion reicher: Vor wenigen Tagen übergab Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) das Areal der früheren Mönchskirche mit dem Wasserturm für seine künftige Nutzung. „Insgesamt wurde etwa eine Million Euro investiert, um die Mönchskirchruine und den Wasserturm denkmalgerecht zu sanieren“, so der Bautzener OB. Auf dem Gelände sollen künftig Veranstaltungen mit bis zu 100 Besuchern stattfinden. „Denkbar sind zum Beispiel Theateraufführungen, Märkte oder Hochzeiten“, betont Baubürgermeisterin Juliane Naumann. „Dieser Ort bietet neue Möglichkeiten, in Bautzen etwas Besonderes zu erleben. Jeder, der hier eine Veranstaltung durchführen möchte, kann sich bei der Stadt melden“.

Im Jahre 1240 war zwischen dem Dom St. Petri und der Ortenburg ein Kloster gegründet worden. Mehrere Brände und die Säkularisation machten es zu der Ruine, als die es sich noch heute präsentiert. Daran sollten auch die Sanierungsarbeiten nichts ändern. Diese haben jedoch bewirkt, dass man das Areal jetzt gefahrlos betreten kann: „In den letzten Jahren war das Areal maximal zum Tag des offenen Denkmals zugänglich. Inzwischen bröckelte auch noch das Gemäuer und der inzwischen private Eigentümer wäre mit einer Sanierung überfordert gewesen. Also erwarb die Stadt die Ruine und machte sich an die Arbeit“, so Juliane Naumann.

Nach den Bauarbeiten finden Besucher die einzelnen Gebäudeteile nahezu unverändert vor. Mit Ausnahme der Querwand des ehemaligen Wohnhauses an der Ostseite des Mittelhofes blieb das Bestandsmauerwerk erhalten. Anhand der Aufzeichnungen des Historikers Dr. Fritz Rauda und der vorgefundenen Formsteine wurden die hierfür verwendeten Ziegel originalgetreu hergestellt. Besondere Anfertigungen wie Rippenziegel, Gewölbeanfänger oder Konsolsteine stellten die Verantwortlichen mitunter vor große Herausforderungen.

Zudem stellte sich während der Sanierung heraus, dass das Material aus zwei unterschiedlichen Zeitepochen stammt: Einerseits aus der Phase vom 12. bis zum 15. Jahrhundert, andererseits aus dem Zeitraum zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert. „Damals fanden Obdachlose Schutz in den Überresten des Klosters und errichteten spartanische Hütten“, erklärt die Baubürgermeisterin.

Parallel zu den Arbeiten an den Höfen der Mönchskirchruine wurde auch der Wasserturm saniert, der ebenfalls zum Areal gehört. 1877 im Innern der Ruine errichtet, versorgte der knapp 40 Meter hohe Turm die Altstadt bis 1979 mit Trinkwasser. „Auch nach der Sanierung des Bauwerks mit der markanten Holzverkleidung sind dessen äußeres und inneres Erscheinungsbild nahezu unverfälscht erhalten“, versichert Juliane Naumann

Im Zuge der Baumaßnahmen wurde die Ziegeldeckung komplett erneuert. Zudem wurde die Holzverschalung teilweise ausgebessert und mit Leinöl farblich behandelt. Wie ältere Aufnahmen zeigen, thronte auf dem Wasserturm in der Vergangenheit eine Wetterfahne. Folglich wurde bei der Sanierung die 2,60 Meter hohe Spitze mit einer solchen ausgestattet. Außerdem wurde ein Turmknopf aufgesetzt. Dessen Inhalt dokumentiert die Phase der Sanierung für die Nachwelt. So wurden im Turmknopf aktuelle Euro-Münzen, Bauunterlagen und Zeitungen verstaut.

Im Inneren des Wasserturms gibt es nun eine Beleuchtung, Anschlussmöglichkeiten für elektrische Geräte und eine Besuchertoilette. Die technischen Anlagen wurden aufgearbeitet und den Besuchern zugänglich gemacht. Bis zu 25 Personen können den Wasserturm fortan gleichzeitig besteigen. In der oberen Besucherebene sind darüber hinaus kleinere Veranstaltungen möglich. Für die Sanierung des Wasserturms wurden insgesamt etwa 670 000 Euro aufgewendet. Eine Förderung erhielt die Stadt Bautzen aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“.