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Ausbildung
Möbelwerk gibt Einblicke in Produktion und Lehrwerkstatt

Alexander Schneider (19) aus Weißwasser möchte gerne eine Ausbildung als Maschinen- und Anlagenführer bei Maja-Möbel beginnen und informiert sich bei einer Führung durch das Werk bei Ausbildungsleiter Stephan Zschornack (l.) über die vielfältigen Maschinen.
Alexander Schneider (19) aus Weißwasser möchte gerne eine Ausbildung als Maschinen- und Anlagenführer bei Maja-Möbel beginnen und informiert sich bei einer Führung durch das Werk bei Ausbildungsleiter Stephan Zschornack (l.) über die vielfältigen Maschinen. FOTO: Anja Guhlan
Wittichenau. Maja-Möbel in Wittichenau ist beim Tag der Offenen Lehrwerkstatt ein Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher. Von Anja Guhlan

Tiefe Einblicke hat das Maja-Möbelwerk in Wittichenau am vergangenen Samstag zahlreichen Besuchern gewährt. So konnte der Geschäftsführer Uwe Gottschlich sowohl Mitarbeiterangehörige, interessierte Bewerber als auch viele andere Neugierige begrüßen. „Den Tag der offenen Tür wollen wir zum einen Nutzen, um Danke zu sagen, aber auch, um Transparenz zu zeigen“, meint Uwe Gottschlich. Vieles ist organisiert worden: Von einem kleinen Weihnachtsprogramm über Werksführungen bis hin zum Selbstausprobieren in der Lehrwerkstatt. In erster Linie soll der Tag immer noch interessierten Bewerbern tiefere und eigene Einblicke ins Unternehmen geben. „Im gewerblich-technischen Bereich wird es immer schwieriger, interessierte Bewerber zu bekommen“, meint die Ausbildungsbeauftragte Sandra Büttner aus der Personalabteilung. Sechs Berufe, darunter der duale Studiengang zum Bachelor Holz- und Werkstofftechniker, können junge Frauen und Männer im Möbelwerk in Wittichenau erlernen. Für den Informatik-Kaufmann, den Industriekaufmann sowie für den Holzmechaniker, den Mechatroniker und den Maschinen- und Anlagenführer sollten die Bewerber einen Real- beziehungsweise mindestens einen guten Hauptschulabschluss in der Tasche haben, erklärt Ausbildungsleiter Stephan Zschornack. Aktuell gibt es 30 Auszubildende im Möbelwerk, und etwa zehn Ausbildungsplätze können  für das nächste Jahr vergeben werden.

Stephan Zschornack führt die  ersten Interessierten durch das Werk: hindurch durch die Warenannahme, das Lager, die Produktionshallen mit den automatisierten Maschinen, durch die Kleinwerkstatt, die Lehrwerkstatt, die Verpackungsabteilung und letztlich zum Warenausgang. An der Führung hat auch Alexander Schneider aus Weißwasser teilgenommen. „Die Führung ist echt interessant gewesen. Mich haben ja diese vielfältigen Maschinen interessiert. Ich habe meine Bewerbung als Maschinen- und Anlagenführer gleich mitgebracht“, meint er. Der 19-Jährige erhält viele Informationen über die verschiedenen Maschinen wie über die Schmalteillinie oder die Oberflächenmaschinenstraße, die im Übrigen zu einer der größten in Europa zählt. Alexander Schneider hört aufmerksam zu und stellt auch Fragen, die von Stephan Zschornack beantwortet werden. Auch der Auszubildende Semir Lewicki (19), der bei Maja-Möbel bereits das zweite Lehrjahr durchläuft, gibt ihm Einblicke. Er zeigt sich zufrieden: „Man lernt schnell und gut. Sowohl die Grundlagen als auch die  Aufgaben an den Maschinen werden einem theoretisch und praktisch näher gebracht“, erklärt der Maschinen-und Anlagenführer-Azubi, der einen Teil seiner Ausbildung bei der Gesellschaft für Aus- und Weiterbildung (GAF) in Hoyerswerda absolviert.  

Der 69-jährige Peter Koch schaut sich indessen interessiert in der Lehrwerkstatt für die Holzmechaniker um: „Hätte ich das Alter noch, ich würde sofort eine Ausbildung hier beginnen wollen“, meint er. Aus Elsterwerda ist der holzinteressierte Hobby-Handwerker angereist und zeigt sich begeistert: „tolle Arbeitsatmosphäre und saubere und gute Lehrbedingungen“, bemerkt er. Vor allem gefällt ihm, dass das Unternehmen jungen Leuten aus der Region Perspektiven gibt. Jenny Wersch (19) aus Wittichenau, die sich zur Holzmechanikerin ausbilden lässt, ist glücklich in der Region bleiben zu können. Sie kann ihr Interesse am Werkstoff Holz und ihre handwerklichen Tätigkeiten bei Maja-Möbel völlig ausleben. „Ich hab bereits eigene Stücke entwickelt, die ich auch selbst anfertige“, meint die 19-Jährige, die erst seit vier Monaten dabei ist. „Wir fördern jeden Auszubildenden individuell und geben jedem die Chance, eigene Ideen zu verwirklichen. Wer während seiner Ausbildung gute Leistungen erbringt, hat gute Übernahmechancen“, so Stephan Zschornack.

Geschäftsführer Uwe Gottschlich zeigt sich am Ende zufrieden und bewertet den Tag als erfolgreich. Einige Bewerbungen sind bereits eingegangen. Auf andere wartet man noch, sagt dieser. Bewerbungsschluss ist der 31. März. Maja-Möbel legt seit 1993 großen Wert auf die Ausbildung von jungen Leuten. Umso wichtiger ist es diesen auch an Tagen wie diesem, gezielt das Werk zu zeigen.