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| 17:10 Uhr

Mittendrin statt nur am Rande

Schüler ziehen in den Forst. Auch die sorbische Fahne ist dabei.
Schüler ziehen in den Forst. Auch die sorbische Fahne ist dabei. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Kamenz. Die starke Verbundenheit der Kamenzer Jugendlichen mit dem Forstfest (18. bis 24. August) macht Änderungen der traditionellen Regeln erforderlich. Uwe Menschner / ume1

Da sage noch einer, die Jugend interessiert sich für nichts mehr außer für ihre Smartphones! In Kamenz müssen aufgrund des unerwartet großen Engagements junger Leute uralte Traditionen des Forstfestes gebrochen werden. "Eigentlich endet die Beteiligung der Schüler an den Umzügen mit der achten Klasse", erläutert Volker Schmidt, Vorsitzender des Festfördervereins, das ungewöhnliche "Verhängnis." In dieser Jahrgangsstufe kommt den "Nicht-mehr-Kindern-und-noch-nicht-Erwachsenen" traditionell ein besonderes Privileg zu: Sie dürfen die Fahnengruppen, die sogenannten Sterne, bilden, die die einzelnen Klassenverbände voneinander trennen und somit den Festzug strukturieren. Dies geht auf Zeiten zurück, in denen die Schule in der Regel nach acht Jahren beendet war.

In diesem Jahr ist das anders. "Viele Schüler der neunten, zehnten und elften Klassen haben den Wunsch geäußert, erneut am Forstfest mitwirken zu dürfen. Daher bilden sie in diesem Jahr die Sterne; die Achtklässler reihen sich als 15. und 16. Abteilung in den Festzug ein." Für Volker Schmidt und seine Mitstreiter im Festkomitee sicher keine leichte Entscheidung. Zumal die 8. Klassen auch Klassenfahnen benötigen, die neu angefertigt werden müssen. Für dieses Jahr rechnet der frühere Schulleiter der 1. Mittelschule mit der hohen Teilnehmerzahl von 1400 Schülern, was auch dem Umstand geschuldet ist, dass das Forstfest erneut nicht in die Sommerferien fällt.

Die "Einreihung" der Achtklässler und die Teilnahme ihrer etwas älteren Schulkameraden bildet aber nur ein Novum. Ein weiteres betrifft die Einbeziehung der bislang freien Tage in die Eintrittspflicht. Diese gilt nunmehr auch für den Donnerstag und den Freitag. Entsprechend erhöht sich der Preis für das Wochenpaket um einen Euro; die Tagespreise bleiben gleich. "Diese Maßnahmen wurden aufgrund erhöhter Sicherheitsauflagen nötig", wirbt Volker Schmidt für Verständnis. Wichtig zu wissen: Um Missbrauch zu verhindern, können ermäßigte Wochenpakete nur direkt an den Kassen im Forst erworben werden.

An den grundlegenden Abläufen des Forstfestes, die 1844 durch Schuldirektor Leuner festgelegt und seitdem beibehalten wurden, ändert sich nichts. So ist auch in diesem Jahr der Sonntag (20. August) wieder der Tag der Schützen mit den beliebten Adlerschießen der Vereine und der Bürger. Am Montag (21. August) ziehen die Kamenzer Schüler ab 13 Uhr in den Forst, so wie sie einst auszogen, um die anrückenden Hussiten zu besänftigen. Geturnt wird am Dienstag (22. August). Der Mittwoch (23. August) steht im Zeichen der Lehrer. An diesem Tag findet auch ab 21.30Uhr das große Höhenfeuerwerk statt. Am Donnerstag (24. August) endet alles mit dem Rückzug in die festlich erleuchtete Stadt ab 20.30Uhr. Möglichst viele Helfer werden, wie in jedem Jahr, für das Winden der Ranken zum Schmuck des Rathauses benötigt, das traditionell am Mittwoch vor dem Fest (16. August) ab neun Uhr auf dem Marktplatz stattfindet.

Das genaue Festprogramm und weitere Informationen gibt es im Internet unter

www.forstfest-kamenz.de .