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Mit Sitzgruppen und Spielgeräten

Gartenbauingenieurin Ulrike Kühne und Stadtplaner Frank Hassemeier stellen Ortsvorsteher Otto-Heinz Lehmann (v.l.) und seinen Ratsmitgliedern ihre Pläne zur Park-Umgestaltung vor.
Gartenbauingenieurin Ulrike Kühne und Stadtplaner Frank Hassemeier stellen Ortsvorsteher Otto-Heinz Lehmann (v.l.) und seinen Ratsmitgliedern ihre Pläne zur Park-Umgestaltung vor. FOTO: Mandy Fürst/mft1
Knappenrode. Die Umgestaltung des ehemaligen Pionierparks vis-à-vis dem Bürgerzentrum war Thema der Ortschaftsratsratssitzung in Knappenrode. Die Planer Frank Hassemeier und Ulrike Kühne stellten dem Rat ihre Ideen vor. Mandy Fürst / mft1

Weit haben es die Ortschaftsräte von Knappenrode zu dieser Ortsbegehung nicht. Sie treten nur vor die Tür des Bürgerzentrums, überqueren die Karl-Marx-Straße und betreten den kleinen Park. Auf den Grünflächen und Wegen der Anlage hält der Herbst Einzug. Dennoch sei der Nadelteppich auf dem Abbild des Ortswappens weniger jahreszeitlich als vielmehr mit einem Pilzbefall der Kiefern zu begründen, erklärt Ortsvorsteher Otto-Heinz Lehmann. Viele der Bäume werden dem Umbau der Anlage weichen müssen, erfahren die Ortschaftsräte von Frank Hassemeier, Landschaftsplaner der Fachgruppe Stadtentwicklung im Hoyerswerdaer Rathaus. Neben der mangelnden Gesundheit spielen dabei Sicherheitsaspekte und eine Verbesserung des Lichteinfalls eine Rolle.

Doch nicht alle betroffenen Bäume sollen fallen. Gartenbauingenieurin Ulrike Kühne kann sich auch den teilweisen Rückschnitt mit nachfolgender Gestaltung durch einen Holzkünstler vorstellen. Ihr Pläne ziehen unter anderem Sitzgruppen und Liegepodeste mit Holzbeplankung für mehr Interaktion, ein Spielgerät für Kleinkinder und eine runde Tischtennisplatte mit drei Spielfeldern in Erwägung. Die Aktionsflächen würden mit Betonsteinen gepflastert. Klinkermauern im Rücken der Bänke stellen eine ästhetische Verbindung zum Bürgerzentrum her. Das Wappen bekäme eine witterungsfeste Form. Die Wege sollen auf ein Mindestmaß von 1,30 Meter angeglichen und die Fläche mithilfe von Cortenstahleinfassungen auf verschiedene Ebenen gebracht werden. Die Laterne bleibt, wird aber möglicherweise umgesetzt und durch eine solare Beleuchtung ergänzt. Die Wand des Garagenkomplexes könnte mit Zustimmung der Eigentümer neutral und bildhaft gestaltet werden. Die Einzäunung könnten Einwohner in einem Arbeitseinsatz hergerichten. Pflegeleichte Stauden und ein Rhododendrenhain ersetzen den Blickschutz der fehlenden Bäume. Außerdem könnte der Gedenkstein für die Opfer des 2. Weltkrieges vom Bebel-Platz in den Park umgesetzt werden. All diese Details aber seien in späteren Planungsphasen korrigierbar, so Kühne.

83 000 Euro zuzüglich der nicht förderfähigen Planungskosten sieht die Kalkulation der Planer vor. Die Umgestaltung des Parks werde als Leader-Projekt eingereicht, informiert Frank Hassemeier. Bei Aufnahme in das Programm würde das Vorhaben zu 70 Prozent gefördert werden. Bestenfalls werde es noch in den Hoyerswerdaer Haushalt 2017 eingestellt, sonst als außerplanmäßige Ausgabe eingebracht. Über den Winter könne dann geplant, bis Ende Februar 2017 der Baumschnitt erledigt und dann gebaut werden. Sollte keine positive Entscheidung für das Projekt fallen, würde die Verwaltung einen zweiten Versuch starten, versprach Hassemeier.

Nur genaue Überlegungen zum künftigen Namen gibt es nicht. Noch trägt das Areal den Arbeitstitel "Pionierpark".