Die Sportler des Hoyerswerdaer Fallschirmsportklubs „Sky Dive Lausitz“ hatten sich auf dem Nardter Flugplatz zum traditionellen Weihnachtsspringen getroffen, der letzten großen Veranstaltung, bevor es erst im Frühjahr wieder in die Luft geht. Trotz relativ milden sechs Grad am Boden wurde es in der Luft dann doch recht kühl. Bei etwa minus zwei Grad zwischen Wolken und Lausitzer Boden holte sich so mancher Sportler eine rote Frostnase.
Zum Fliegen und Schweben hatten die Springer am Samstag ausreichend Gelegenheit. Denn das Wetter ließ es zu, dass die „Wilga 35“ mehrmals starten konnte und jeweils drei Springer in den freien Fall entließ. Die Piloten Achim Fünfstück und Roland Pietsch wechselten sich dabei im Cockpit ab.
Zu denen, die sich mutig in die Tiefe stürzten, gehörte auch Jörg Vietze. „Ich sehe das inzwischen recht locker. Es kribbelt nicht mehr im Bauch“ , erzählt der 36-Jährige. Seit 1990 gehört seine Leidenschaft dem Fallschirmsport. Inzwischen ist er rund 2700-mal in die Luft gegangen. Allein 700-mal in diesem Jahr.
Auf die paar Sekunden freien Fall müssen die Sportler sich gründlich vorbereiten. „Es ist wichtig, den Fallschirm immer wieder mit größter Genauigkeit zusammenzupacken“ , weiß Vereinschef Andreas Weller. Einige Mitglieder haben inzwischen bereits Routine. Michael Laue zum Beispiel. „Ich brauche dafür etwa zehn bis 20 Minuten“ , sagt der 43-Jährige. Seit 1988 beschäftigt er sich mit dem Fallschirmsport, hat bisher genau 432 Sprünge hinter sich. „Vor dem Sprung hat man irgendwann keine Angst mehr, aber der Respekt bleibt. Die Sicherheit steht an erster Stelle“ , betont der Hoyerswerdaer. Fallschirmspringen sei für ihn etwas Wunderbares. „Erst braucht man etwas Überwindung, aber nach dem zehnten Sprung fängt es an, Spaß zu machen“ , erklärt Michael Laue, der in seiner Freizeit nicht nur in Hoyerswerda seinem Hobby frönt, sondern sogar zum Springen nach Tschechien oder Österreich fährt.
Thomas Eckhardt vom Irish Pub, selbst leidenschaftlicher Fallschirmspringer und Mitglied des Hoyerswerdaer Vereins, machte während die anderen in die Luft gingen ein kleines gemütliches Feuerchen auf dem Nardter Flugplatz und wärmte darüber den Glühwein, der regen Absatz fand.
Auch wenn die neue Saison erst im Frühjahr startet, der Terminplan für 2004 ist schon gut gefüllt. Am 29. Januar präsentiert sich der Verein beim Markt der Möglichkeiten in der Lausitzhalle. Am 1. und 2. Mai soll das Elsterhucken in Nardt stattfinden, bei dem Besucher die Möglichkeit haben, im Tandem mit einem erfahrenen Sportler abzuspringen.