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Mit guten Ideen in die Sommerferien

Bereits jetzt herrscht im Hochseilgarten an vielen Nachmittagen Hochbetrieb. Die Einrichtung am Bautzener Stausee ist die jüngste von derzeit 36 Freizeitknüllern in der Oberlausitz.
Bereits jetzt herrscht im Hochseilgarten an vielen Nachmittagen Hochbetrieb. Die Einrichtung am Bautzener Stausee ist die jüngste von derzeit 36 Freizeitknüllern in der Oberlausitz. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Bautzen. Der Hochseilgarten am Bautzener Stausee gehört jetzt zu den Freizeitknüllern. Doch auch die anderen touristischen Anbieter gehen voller Elan in die schulfreien Wochen. Uwe Menschner / ume1

Die Freizeitknüller der Oberlausitz starten mit einem prall gefüllten Angebotspaket in die diesjährigen Sommerferien. 36 Freizeiteinrichtungen aus der gesamten Region von Weißwasser bis Kamenz, von Hoyerswerda bis Zittau haben sich in dem Netzwerk zusammengeschlossen. Jüngstes Mitglied ist der Hochseilgarten am Stausee Bautzen, der im September vorigen Jahres mit einem Probebetrieb startete und nunmehr "in die Vollen" geht. "Unsere Terminbücher sind gut gefüllt", sagt Mitgesellschafter Malte Rastemborski. Er und sein Kompagnon Jan Wojtas kommen aus der Sozialpädagogik und verfolgten die Absicht, "eine stationäre Basis für unsere Angebote zu schaffen." Mit dem Hochseilgarten haben sie nach der Minigolf-Anlage, der Ocean Beach Bar und dem Campingplatz einen weiteren Anziehungspunkt am Bautzener Stausee geschaffen, dessen touristische Entwicklung sich nach Meinung vieler Beobachter generell noch immer zu langsam vollzieht. "Uns besuchen in der Hauptsache Schulklassen und Gruppen, wir sind aber auch für Spontanbesucher offen", erklärt Jan Wojtas. In den Sommerferien öffnet der Hochseilgarten täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr. Die Betreiber hoffen auf die Umsetzung der angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur, wie den Ausbau von Wegen und des derzeit noch unbefestigten Großparkplatzes.

"Für uns stand es außer Frage, dass der Hochseilgarten zu den Freizeitknüllern unserer Region gehört", erklärt Olaf Franke, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft Oberlausitz (MGO). Dasselbe gilt auch für die Herrnhuter Sterne GmbH, die mit ihrer neuen Erlebniswelt als 37. Partner in das Netzwerk aufgenommen werden soll. Andere Einrichtungen gehen allerdings auch den umgekehrten Weg und treten aus, wie das Bibelland Oberlichtenau, das sich laut Olaf Franke "stärker nach Dresden orientieren will." Auch der Löbauer Turm steht nicht mehr in der Mitgliedsliste, lässt sich aber von der Stadt Löbau als aktivem Mitglied des Tourismusverbandes mit vermarkten. "Wir nehmen auch nicht jeden auf", betont der MGO-Geschäftsführer. "Uns geht es mehr um Qualität als um bloße Masse."

Um den Ideenreichtum der touristischen Anbieter weiter zu beflügeln, setzt die MGO verstärkt auf die Zusammenarbeit mit tschechischen Partnern. So rief die Gesellschaft gemeinsam mit dem Gemeindeverbund "Novoborsko" das Projekt "Brautschau" ins Leben. "Ziel ist es, dass sich Projektträger aus beiden Ländern mit Ideen, die gut zueinanderpassen, zusammenfinden und kooperieren", erklärt Olaf Franke. Zu diesem Zweck hat die MGO auf ihrer Internetseite www.oberlausitz.com ein Formular eingestellt, mit dessen Hilfe Anbieter ihre Projekte kurz und unkompliziert vorstellen können. "Den Höhepunkt bildet dann eine Ideenbörse am 5. September in Großschönau, auf der 40 der eingereichten Projekte präsentiert werden", so Franziska Dießner, Marketingleiterin Tourismus. Nicht zuletzt eröffnet die deutsch-tschechische Zusammenarbeit den Zugriff auf einen bislang noch relativ wenig genutzten Fördertopf - den Kleinprojektefonds der Euroregion Neiße. "Daraus können 85 Prozent der Projektkosten, jedoch jeweils höchstens 20 000 Euro, bezuschusst werden", so Franziska Dießner. "Der Gemeindeverband Novoborsko umfasst vier Städte und 14 Gemeinden im Grenzgebiet und hat sich das Ziel gesetzt, die traditionelle Tourismusregion 'Lausitzer Gebirge' attraktiver zu machen", so Managerin Jana Nastoupilova.