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| 19:37 Uhr

Mit der Adventszeit feiert katholische Gemeinde auch ihr Jubiläum

Die katholische Kirche in Hoyerswerda wird 100 Jahre alt. Derzeit werden kleiner Schäden ausgebessert.
Die katholische Kirche in Hoyerswerda wird 100 Jahre alt. Derzeit werden kleiner Schäden ausgebessert. FOTO: dcz1
Hoyerswerda. Vor 100 Jahren ist der Grundstein für die katholische Kirche "Heilige Familie" in Hoyerswerda gelegt worden. Im kommenden Jahr wird das Fertigstellungsjubiläum gefeiert und auch der Geburtstag der Orgel begangen, die von Dresdener Orgelbaufirma Jehmlich stammt, aber 50 Jahre auf ihren Platz in der Kirche warten musste, erzählt Pfarrer Peter Paul Gregor. Katrin Demczenko/dcz1

Schon 1902 war sein Amtsvorgänger damit beschäftigt, für die rasch wachsende Gemeinde ein Gotteshaus zu errichten. Das Grundstück an der heutigen Karl-Liebknecht-Straße war gekauft und eine fünfstellige Summe zur Finanzierung der Bauarbeiten gesammelt worden, berichtet die Kirchenchronik. Kirchenbaumeister Engelbert Seibertz aus Berlin hatte Entwürfe gezeichnet und seit 1909 gehörte der Gemeinde eine vom Kloster Lauban geschenkte Orgel.

Am 25. Mai 1914 wurde der backsteinerne Kirchenbau seiner Bestimmung übergeben. Kurz darauf griff der erste Weltkrieg auch nach der neuen Kirche: Einige Prospektpfeifen sowie die kleinere und mittlere Glocke mussten als kriegswichtiges Material abgegeben werden, erzählt Pfarrer Gregor. 1921 setzte die Gemeinde die Orgel wieder instand und 1926 konnten zwei neue Glocken geweiht werden. Doch an ihnen und der Orgel hatten die Menschen nur bis zum zweiten Weltkrieg Freude. Die Kriegsproduktion forderte wiederum Tribut in Form von Metall und es blieben eine nicht mehr spielbare Orgel und eine Bronzeglocke übrig. "Die Bronzeglocke nutzen wir übrigens heute noch", sagt Pfarrer Gregor.

1952 war es der Gemeinde schließlich möglich, von der Dresdener Firma Jehmlich eine neue Orgel einbauen zu lassen. Seit 1953 wird dieses Instrument genutzt. Bis jedoch drei Stahlglocken den Klang der Bronzeglocke ergänzten, sollte es 1989 werden. Die Glocken und hübsche Bleiglasfenster aus der evangelischen Kirche Großräschen-Süd (ehemals Bückgen) zogen damals nach Hoyerswerda um. Der Grund war der Abriss der Kirche und des Ortsteiles Großräschen-Süd, der 1988 dem Braunkohleabbau im Tagebau Meuro weichen musste.

Während der fast 100-jährigen Geschichte der katholischen Kirche wurde das Gebäude dreimal renoviert und im Jahr 1995 generalsaniert, erzählt Pfarrer Gregor. Aktuell stehen dort wieder mehrere kleine Rüstungen, damit Fassadenschäden ausgebessert werden können. Das Geld dafür bewilligte Bischof Wolfgang Ipolt quasi als vorfristiges Geburtstagsgeschenk.

Pfarrer Gregor wird am 1. Advent das Festjahr zum 100. Kirchengeburtstag eröffnen. In den nächsten Monaten will er die Geschichte der Kirche "Heilige Familie" bekannt machen, indem er Auszüge aus ihrer Chronik auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlicht. Am 25. Mai 2014 findet dann als Höhepunkt zu Ehren des Geburtstages ein großer Gottesdienst statt.

Zum Thema:
Kirchenkabarett zum 100. Die katholische Pfarrgemeinde "Heilige Familie" in Hoyerswerda feiert das 100-jährige Bestehen auch mit einem Stückchen Selbstironie: Am 2. Februar 2014 gibt es ein musikalisch-satirisches Kirchenkabarett von und mit Detlef Schönhauer. Er beleuchtet in seiner Paraderolle, dem französischen Theken-Philosophen Jacques, die Schwierigkeiten mit dem Glauben, der Kirche und bigotten Mitchristen. Karten gibt es in der Malteser Dienststelle, Robert-Schumann-Straße 11, 02977 Hoyerswerda.