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Mit dem Fahrrad durchs Cunewalder Tal

Zur Freigabe des nächsten Abschnitts auf dem Radweg durchs Cunewalder Tal schwangen der Landtagsabgeordnete Heinz Lehmann (CDU), Lutz Günther vom Lasuv, Wirtschaftsminister Sven Morlok sowie die Bürgermeister Nadja Kneschke (Lawalde) und Thomas Martolock (Cunewalde/v.l.) die Scheren.
Zur Freigabe des nächsten Abschnitts auf dem Radweg durchs Cunewalder Tal schwangen der Landtagsabgeordnete Heinz Lehmann (CDU), Lutz Günther vom Lasuv, Wirtschaftsminister Sven Morlok sowie die Bürgermeister Nadja Kneschke (Lawalde) und Thomas Martolock (Cunewalde/v.l.) die Scheren. FOTO: Uwe Menschner
Cunewalde/Kleindehsa. "Freie Fahrt" heißt es seit Montag auf einem weiteren Teilstück des Radwanderweges durch das Cunewalder Tal. Seine Besonderheit: Er führt entlang einer früheren Bahntrasse, auf der Züge zwischen Bautzen und Löbau fuhren. Uwe Menschner / ume1

"Künftig soll es im Freistaat Sachsen einfacher werden, nicht mehr genutzte Bahntrassen zu Radwegen umzubauen", erklärt der sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP). Noch in dieser Woche soll das Landeskabinett eine entsprechende Änderung des sächsischen Straßenverkehrsrechts beschließen. "Bislang war eine solche Umwandlung mit erheblichem bürokatischem Aufwand verbunden", erläutert der Minister.

Dabei sei es doch nur zeitgemäß, diese vorhandenen Wege für eine solch umweltfreundliche Fortbewegungsart wie das Radfahren freizugeben. Schließlich komme dem Radtourismus, aber auch dem Alltagsverkehr auf zwei Rädern eine immer größere Bedeutung zu. Der Radweg durch das Cunewalder Tal stellt - nach jenem zwischen Görlitz und Königshain - das zweite erfolgreiche Beispiel in der Region dar. Auf insgesamt knapp elf Kilometern können die Pedalritter jetzt von Halbendorf (Stadt Schirgiswalde-Kirschau) bis nach Kleindehsa (Gemeinde Lawalde) radeln und dabei die Landkreisgrenze zwischen Bautzen und Görlitz überqueren. Der jetzt freigegebene Abschnitt führt auf 4,1 Kilometern von Obercunewalde bis nach Kleindehsa.

Vor fast genau einem Jahr hatte es sich Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) nicht nehmen lassen, den zweiten Abschnitt zwischen Cunewalde und Obercunewalde für die Nutzung freizugeben.

Für den letzten noch fehlenden Abschnitt von Kleindehsa bis zur früheren Kreisstadt Löbau läuft derzeit die Ausschreibung, "bis Mitte Mai wollen wir die Verträge abschließen", wie der Leiter der Niederlassung Bautzen des Landesamtes für Straßen und Verkehr (Lasuv), Lutz Günther, erklärt. Bis Mitte 2015 soll dann auch dieser Abschnitt und damit der gesamte Weg fertig sein.

Der Cunewalder Bürgermeister Thomas Martolock (CDU) freut sich über den Radweg, dessen Großteil über sein Gemeindeterritorium führt, ist sich aber auch darüber im Klaren, "dass wir jetzt noch touristische Investitionen in seiner Umgebung brauchen".

Eine davon - und sicher die Größte - hat die Gemeinde Cunewalde selbst bewerkstelligt: Die Sanierung des beim Augusthochwasser 2010 verwüsteten Erlebnisbades, das nur einen Steinwurf vom Radweg entfernt ist. Das für 2,2 Millionen Euro runderneuerte und auf Energieffizienz getrimmte Bad soll am 17. Mai wiedereröffnet werden. Pläne gibt es auch für den Bahnhof von Kleindehsa, dessen touristische Nutzung sich ein Verein auf die Fahnen geschrieben hat.

Der Freistaat Sachsen hat laut Minister Morlok seit 2009 rund 50 Millionen Euro in den Bau von Radwegen investiert, 2014 kommen weitere zehn Millionen Euro hinzu. Das Projekt im Cunewalder Tal hat einen finanziellen Gesamtumfang von circa vier Millionen Euro.