Zuletzt als Wahlkreisabgeordneter, damals in der Phase des Firmenübergangs vom Senior Erhard Gerasch auf die beiden Söhne, ergänzte Stanislaw Tillich. Für ihn sei es "ganz normal, dass man als Politiker nicht einmal auftaucht und dann nie wieder, sondern auch nach einiger Zeit schaut, wie es sich entwickelt hat und weitergeht”.
Das tat er nun gestern in Begleitung des Bautzener Landrats Michael Harig (CDU). Wie er bei einem kleinem Imbiss erfuhr, hat sich seit seinem letzten Besuch tatsächlich einiges getan. Als Lizenz-Nehmer des Siemens-Konzerns, was die Schalt- und Verteileranlage "Sivacon” angeht, hat die Firma Gerasch an zahlreichen Großprojekten mitgewirkt. Erst in dieser Woche seien die Arbeiten am zukünftigen Auswärtigen Amt Unter den Linden in Berlin abgeschlossen worden. Andere Objekte aus jüngerer Vergangenheit waren zum Beispiel die Uniklinik Würzburg, das Zentralfinanzamt in Nürnberg, das Fraunhoferinstitut in Braunschweig. "Das sind schon schöne Referenzen”, staunten sowohl Stanislaw Tillich als auch Michael Harig. "Momentan bewerben wir uns um das Flughafenterminal auf dem Flughafen Schönefeld”, erfuhren sie von Andreas Gerasch.
Auch die Firma selbst, die in zwei Jahren ihr 20-jähriges Jubiläum hat, wurde weiter entwickelt. Die Mitarbeiterzahl wuchs von 20 auf 25. Aktuell erhalten sechs Lehrlinge eine Ausbildung. "Wer gut ist, hat beste Chancen, übernommen zu werden”, meinte Steffen Gerasch, wie sein Bruder ebenfalls Geschäftsführer. In diesem Jahr sei auch begonnen worden, ein neues Geschäftsfeld aufzubauen, erzählte Andreas Gerasch. Das beschäftigt sich mit Stromschienensystemen, die im Prinzip herkömmliche Kabelstränge ersetzen sollen. "Hier stehen große Projekte im Raum.”
Das Tätigkeitsfeld sei sogar noch umfangreicher, wie Erhard Gerasch ergänzt. Genau genommen bestehe die Firma aus drei Bereichen: dem Meisterbetrieb, dem Schalt- und Anlagenbau und einer Gesellschaft, die sich mit Photovoltaik beschäftigt. Letztgenannte rüste derzeit die Dachflächen des Unternehmenskomplexes am Lessingplatz in Lauta aus.
"Wir sind stolz und zuversichtlich”, resümierte Andreas Gerasch die Firmenentwicklung. "Ich freue mich, dass es so gut läuft und dass das Wir funktioniert”, zollte Stanislaw Tillich dem Familienunternehmen Respekt. (no)