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Ministerpräsident hofft auf den richtigen Asphalt

Sie vollzogen den ersten Spatenstich (v.l.n.r.): Christian Mögel (Bürgermeister Lichtenberg), Landrat Michael Harig, Martin Dulig, Stanislaw Tillich, Barbara Lüke (Bürgermeisterin Pulsnitz) und Veit Künzelmann (Bürgermeister Wachau).
Sie vollzogen den ersten Spatenstich (v.l.n.r.): Christian Mögel (Bürgermeister Lichtenberg), Landrat Michael Harig, Martin Dulig, Stanislaw Tillich, Barbara Lüke (Bürgermeisterin Pulsnitz) und Veit Künzelmann (Bürgermeister Wachau). FOTO: U. Menschner/ume1
Leppersdorf. Unweit von Pulsnitz beginnt der Bau für das nördlichste Teilstück der neuen S 177. Stanislaw Tillich äußert dabei einen ungewöhnlichen Wunsch. ume1

"... und dass wir diesmal den richtigen Asphalt bekommen." Mit diesem Wunsch, geäußert kurz vor dem ersten Spatenstich für die Ortsumfahrung Leppersdorf im Zuge der neuen Staatsstraße 177, hat Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Freitag die Lacher auf seiner Seite gehabt. Brauste doch nur einen Steinwurf vom Ort der Zeremonie entfernt der nach wie vor durch Bauarbeiten eingeschränkte Verkehr auf der A 4 vorüber.

Dabei hätte diese Autobahn-Baustelle längst Geschichte sein sollen. Doch da der verwendete Asphalt fehlerhaft war, muss er noch einmal herausgerissen und erneuert werden.

Ein Missgeschick, das bei der neuen S 177 nicht passieren soll. Von Radeberg kommend führt der aktuelle Bauabschnitt quer über den Acker an Lichtenberg vorbei und trifft bei Leppersdorf auf die A 4. "Hier erhält die neu gebaute Straße eine Anschlussstelle an die Autobahn. Die bisherige Anschlussstelle Pulsnitz wird dafür zurückgebaut", erklärt Holger Wohsmann, Niederlassungsleiter des Landesamtes für Straßen und Verkehr (Lasuv). 5,3 Kilometer lang ist das Teilstück und soll circa 50 Millionen Euro kosten. Die Planungen dafür reichen bis in die Zeit kurz nach der Jahrtausendwende zurück.

"Gut angelegtes Geld", ist sich Martin Dulig (SPD), sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, sicher. "Schließlich zählt Leppersdorf mit Sachsenmilch zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten im gesamten Freistaat Sachsen. Gegenwärtig arbeiten hier 2400 Menschen, eine Erweiterung ist in absehbarer Zeit geplant."

Die Umfahrung entlastet zunächst den innerörtlichen Verkehr auf der schmalen und kurvigen Ortsdurchfahrt. Doch auch die umliegenden Städte und Gemeinden profitieren: Die Pulsnitzer kommen künftig schneller in die Sächsische Schweiz, die Radeberger zügiger nach Kamenz oder Hoyerswerda.

Denn die Ortsumfahrung Leppersdorf mit dem neuen Autobahnanschluss Pulsnitz steht ja nicht isoliert, sondern ist Bestandteil eines wahren Großprojektes: der Ostumfahrung für die Landeshauptstadt Dresden. Diese beginnt an der A 17 (Dresden - Prag) in Pirna und ist insgesamt 33 Kilometer lang. Die knappe Hälfte davon steht bereits unter Verkehr. Neben dem Stück zwischen Radeberg und der A 4, das bis 2020 fertiggestellt sein soll, fehlen noch die Umfahrungen von Eschdorf und Wünschendorf (Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge) und das Teilstück südlich von Großerkmannsdorf (Landkreis Bautzen.)

Wie es bei großen Straßenbauvorhaben üblich ist, entstehen zuerst die erforderlichen Bauwerke - allen voran die 87 Meter lange Brücke über die Bundesautobahn. "Entlang der Trasse gibt es insgesamt zwölf Bauwerke", so Holger Wohsmann. Dazu zählen auch zwei Hochwasserrückhaltebecken und drei Überflughilfen für Fledermäuse.