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Leippe-Torno
Mini-Straße wird Streitthema

Torno. Der Stadtrat Lauta soll entscheiden, ob eine Anwohnerstraße zu vier Grundstücken in Torno öffentlich gewidmet wird. In Lauta ist solch ein Wunsch kein Einzelfall. Das könnte teuer werden.

Die Mitglieder des Ortschaftsrates Leippe-Torno sind sich bereits in ihrer Sitzung im August einig gewesen, die Weinberg­straße in Torno möglichst bald öffentlich widmen zu lassen. Bisher ist der rund 400 Meter lange Weg nicht gewidmet, da ein Anwohner sein Grundstück, das sich am Anfang des Weges befindet, nicht an die Stadt veräußern wollte.

Nun haben sich die Anwohnerverhältnisse geändert und der neue Grundstücks­inhaber wäre bereit, seine Fläche, die sich am Anfang des Weges befindet, zu verkaufen. Somit würden alle Wege-Grundstücke der Stadt gehören und eine öffentliche Widmung zulässig machen. Der Ort Torno kämpft schon seit einigen Jahren um eine Widmung des Weges, da dies die einzige Zufahrt zu vier Grundstücken ist.

In der jüngsten Ortschaftsratssitzung meldete Lautas Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke als Vertreter der Stadtverwaltung jedoch erneut Bedenken an und wiederholt die Argumente, die bereits Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) im August anmerkte. Wenn eine Widmung vorgenommen wird, gelte die Gleichbehandlung zu anderen Wegen, sagt Persicke. Und das könnte für die Stadt teuer werden. Nach seinen Ausführungen gibt es ähnliche Problematiken bei rund zehn anderen Wegen oder Zufahrten im Stadtgebiet. Wenn Persicke in die Zukunft blickt, „werden die Folgekosten für die Widmungen Überhand nehmen“, glaubt der Bauamtschef. Außerdem sei eine öffentliche Widmung erst ab zehn Grundstücken verpflichtend. Zudem liege kein öffentliches Gebäude oder Objekt an, das eine Widmung notwendig machen würde, sodass der Weg für die allgemeine Öffentlichkeit überstellt wird. Zumal es sich bei den vier Grundstücken in Torno um lediglich zwei Wohngrundstücke und zwei Gartengrundstücke handelt.

Ortschaftsrat Jörg Tomke und Ortsvorsteher Karl-Heinz Löffler sind weiterhin der Auffassung, dass die Straße, die nun schon zu 80 Prozent der Stadt gehört, gänzlich gewidmet werden muss. Tomke wirkte unzufrieden mit der Ausführung der Instandhaltung und dem Winterdienst. Zumindest fragt er nach, wie sich die Stadt das weitere Vorgehen diesbezüglich durch den Bauhof vorstellt. Persicke antwortete nur kurz und knapp: „Wie bisher auch.“

Letztendlich teilte Persicke den Ortschaftsräten jedoch mit, dass sich in der Sitzung im Januar die Lautaer Stadträte mit dieser Thematik befassen und eine Entscheidung treffen werden. Den Stadträten wird bis dahin laut Persicke eine umfassende Materialsammlung zu der Thematik mit Kartenmaterial, Kosten und weiteren Informationen überreicht.