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"Millionenkippe" bleibt an ihrem Standort

Spreetal. Die "Millionenkippe", eine frühere Mülldeponie westlich des Spreetaler Sees, wird nicht umgelagert. Es gebe keine Rutschungsgefahr, aber es steht noch das Sanierungskonzept angesichts der komplizierten Grundwassersituation aus, heißt es vonseiten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Torsten Richter / trt1

Das Areal befindet sich nur wenige Kilometer östlich des gewaltigen Grundbruches am Bergener See vom Herbst 2010. Nach Angaben der LMBV besteht für die Bevölkerung keine Gefahr, da die "Millionenkippe" durch die Bergener Rutschung nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sie befinde sich stattdessen auf einer Hochlage, der einstigen Außenkippe Scheibe. "Die Deponie ist grundsätzlich sicher, jedoch muss für die Hochlage noch ein Sanierungskonzept aufgrund der Grundwassersituation erarbeitet werden", erklärt LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber. "Dabei gelten das Deponiebauwerk einschließlich des dortigen Aussichtspunktes grundsätzlich als zu schützende Objekte."

Mehrere Varianten kommen demnach in Betracht. Beispielsweise die Herstellung versteckter Dämme durch Rütteldruckverdichtung zur Sicherung des Böschungsfußes sowie die Auffüllung der Geländetieflagen. Überlegenswert sei auch der Massenabtrag von Überhöhen. In diesem Falle könnte der Deponiefuß durch ein Drainagesystem gesichert werden. Welches Sanierungskonzept letztendlich umgesetzt werde, würden die LMBV-Fachleute im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für die Spreetaler Bergbaufolgelandschaft prüfen, so Steinhuber. Termine für konkrete Vor-Ort-Arbeiten könnten daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genannt werden.

Die "Millionenkippe" mit ihrem Aussichtspunkt "Kleiner Brocken" befindet sich im bergbaulichen Sperrgebiet. In der Nähe entsteht der Überleiter eins zwischen dem Spreetaler und dem Sabrodter See.

Die "Millionenkippe" entstand seit dem Jahr 1965 aus Abfällen aus dem Kombinat Schwarze Pumpe sowie Materialien aus dem Tagebauvorfeld. Allerdings musste die Anlage bereits zweimal umgesetzt werden. Einerseits wegen des fortschreitenden Tagebaus Spreetal-Nordost, andererseits wegen des ansteigenden Grundwassers. Seit Mitte der 1990er-Jahre befindet sich die Deponie an ihrem heutigen Standort. Vor elf Jahren erfolgte die Abdichtung der Oberfläche der "Millionenkippe".