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| 02:45 Uhr

Millionen-Bauprojekt in Uhyst fertig

Uhyst. Die Mitarbeiter des Boxberger Bauhofes haben ein umfangreiches Programm, das sie absolvieren müssen. Vom Winterdienst bis zum Grünschnitt, von Reparaturarbeiten bis zu Bauarbeiten. Regina Weiß

In den zurückliegenden Monaten haben sie auch mit dem zentralen Abwassersystem zu tun gehabt beziehungsweise mit der Anbindung öffentlicher Gebäude an das neu errichtete Abwassernetz in Uhyst. Dieses konnte erst vor wenigen Wochen fertiggestellt werden.

Drei Abschnitte

Damit wurde im Boxberger Ortsteil eine Millionen-Investition abgeschlossen. Zwischen dem Baustart und dem Abschluss des Projektes liegen dreieinhalb Jahre. Gebaut wurde ein Vakuumsystem zur Schmutzwasserentsorgung mit einer Überleitung zur Kläranlage in Boxberg. Das alles wurde in drei Abschnitten realisiert. Die Gesamtinvestition im Schmutzwasser beläuft sich nach den Angaben der Stadtwerke Weißwasser auf 3,12 Millionen Euro. Damit konnten die dezentralen Kleinkläranlagen und abflusslosen Sammelgruben abgelöst werden. Gleichzeitig wurden 1,05 Millionen Euro in das Trinkwassersystem gesteckt. Das Netz musste aufgrund von Alter oder seiner Lage erneuert werden.

Die Investition, die der Wasserzweckverband Mittlere Neiße-Schöps stemmte, wurde durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) bezuschusst. Sie unterstützte das Vorhaben wegen der Gefahrenabwehr durch den Grundwasseranstieg. 1,1 Millionen Euro gab es dafür. Fördermittel der Sächsischen Aufbaubank beliefen sich auf rund 150 000 Euro. Nicht zuletzt übernahmen die Uhyster mit dem Abwasserbeitrag nach dem Anschluss an das zentrale Netz ebenfalls ihren Anteil an der Millioneninvestition. "Es war eine Maßnahme mit Höhen und Tiefen sowie ständigen Herausforderungen, aber absehbar mit positivem Ende. Das Vakuumsystem muss sich nun in der Praxis beweisen", so Petra Brünner, Geschäftsführerin des Wasserzweckverbandes. Sie nutzt die Gelegenheit, um sich bei der Baufirma, der Bauüberwachung, dem Ortsvorsteher Frank Knobloch, der Bürgerinitiative und "vor allem den mehrheitlich geduldigen Bürgern, die die insgesamt drei Jahre Bauzeit begleitet haben", zu bedanken. 432 Flurstücke konnten an das zentrale Abwassernetz angeschlossen werden. Das betrifft 708 Einwohner.

Hürdenreich

So mancher von ihnen erinnert sich sicherlich noch daran, dass der Weg für die Investition ein hürdenreicher war und eine lange Vorgeschichte hatte. Mit dem Abwasserbeseitigungskonzept aus 2006 stand fest, dass Uhyst zentral erschlossen werden soll. Nur ein Jahr später änderte der Freistaat Sachsen seine Förderpolitik. Schwerpunkt waren dezentrale Anlagen. Damit entfiel die Grundlage für die Finanzierung, blickt Petra Brünner zurück. Das Problem wurde verschärft, weil das steigende Grundwasser den Kleinkläranlagen ihre Arbeit schwer machte. An eine Versickerung war nicht mehr zu denken.

Mit dem Ortsnetz und dem Bau der rund 7,5 Kilometer langen Leitung in Richtung Klärwerk Boxberg kann das Abwasser einer ordentlichen Reinigung zugeführt werden. Nicht zu vergessen die Straßensanierungen, die die Gemeinde nach dem Kanal- und Hausanschlussbau umfangreich realisiert hat.