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Mieterwechsel bei den Leoparden im Zoo Hoyerswerda

China Leopard San.
China Leopard San. FOTO: Zoo Neuwied
Hoyerswerda. Seit dieser Woche hat der Zoo Hoyerswerda einen neuen Bewohner. Der neunjährige San, ein China Leopard aus dem Zoo Neuwied, erreichte den Zoo Hoyerswerda am Donnerstag und befindet sich zur Eingewöhnung übergangsweise im Innengehege. red/gro

Ab Montag wird er dann auch für die Besucher zu sehen sein, informiert Stefanie Jürß von der Zoo, Kultur und Bildung Hoyerswerda gGmbH.

San ist nun im Leopardengehege untergebracht, das bis vor kurzem noch vom Armurleopardenmännchen Nelkan bewohnt wurde. Der hat seine Ferienunterkunft im Lausitzer Seenland bereits letzte Woche verlassen und ist zurück in seine Heimat Berlin gezogen. Im Mai 2015 kam Nelkan aus dem Tierpark Berlin, wo der gesamte Raubtierbereich umgebaut wurde, und er deshalb vorübergehend eine Übergangsunterkunft beziehen musste. Der Zoo Hoyerswerda half seinen Berliner Kollegen gern aus.

Die jetzige Leopardenanlage wird für San aber nur eine Zwischenunterkunft sein, so Stefanie Jürß. Er wird noch einmal innerhalb des Zoos umziehen. Sein endgültiges Zuhause wird das Leopardenmännchen in dem bisher mit Löwen besetztes Gehege finden, das derzeit noch für die artgerechte Haltung von Leoparden umgebaut wird. Zukünftig wird San auch nicht allein in der neuen Leopardenanlage leben. Eine geeignete Partnerin wird bereits über das Zuchterhaltungsprogramm gesucht. "Natürlich ist so eine Partnervermittlung über das Internet auch bei Tieren nicht ganz so einfach und bedarf noch etwas Zeit ehe ein passendes Weibchen gefunden ist", so Stefanie Jürß. Der Zuchtbuchkoordinator stelle das Pärchen nur anhand der genetischen Daten, die im Zuchtbuch eingetragen sind, zusammen, ohne die Tiere unter Augenschein nehmen zu können. Dabei müsse darauf geachtet werden, ob die Tiere miteinander verwandt sind und ob "die Chemie" zwischen beiden stimmt.

Der Leopard ist das "Zootier des Jahres 2016". Diese faszinierende Großkatze ist fast überall in ihrem natürlichen Lebensraum stark gefährdet oder, wie der Sansibar-Leopard, bereits ausgestorben. Um diesen Großkatze zu helfen, hat die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) den Leoparden zum "Zootier des Jahres 2016" gewählt. Die Aktion trägt ganz konkret zum Schutz dieser Tierart bei. Durch Spenden werden Schutzprojekte vor Ort in Sri Lanka und im Iran finanziert, um so zum Überleben dieser stark bedrohten Leoparden-Unterarten beizutragen. Auch der Zoo Hoyerswerda unterstützt diese Aktion. Alle Einnahmen aus dem Spendentrichter im Tropenhaus kommen den beiden Schutzprojekten zugute. "Ich freue mich, etwas für diese wunderschönen Tiere tun zu können. Unsere Hauptaufgabe als Zoo ist natürlich der Artenschutz, und dem wollen wir auch Folge leisten", teilte Eugène Bruins, Zoologischer Leiter im Zoo Hoyerswerda, mit.

Viele weitere Informationen und links sind auf www.zootierdesjahres.de zu finden.

China Leoparden gehören zur Familie der Großkatzen. Ihre Population in freier Wildbahn wird auf weniger als 500 Exemplare geschätzt. Neben dem Tiger gehört insbesondere der Mensch zu den Feinden des Leoparden, der durch dessen Bejagung maßgeblich für dessen Aussterben verantwortlich ist. Aber auch der Wegfall der Beutetiere gefährdet das Überleben der Tiere. China Leoparden bewohnen flache und gebirgige Regionen im nördlichen und zentralen China. Die Tiere sind nachtaktiv und tagsüber meist auf Bäumen zu finden. Neben Nagetieren, Reptilien und Vögeln ernährt sich ein Leopard auch von größeren Tieren wie Hirschen. Leoparden gehören zu den Anschleich- und Lauerjägern und haben so ein sehr effizientes Raubverhalten. Sie sind Einzelgänger und können bis zu 20 Jahre alt werden.