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| 13:50 Uhr

Hoyerswerda
Miese Statistik und Millionen-Investitionen

Der Skulpturenpark an der Einstein-Straße ist ein Hingucker. Hoyerswerdas Großprojekt 2018/19 ist der Umbau der Schule im WK I.
Der Skulpturenpark an der Einstein-Straße ist ein Hingucker. Hoyerswerdas Großprojekt 2018/19 ist der Umbau der Schule im WK I. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
Hoyerswerda. Die Hoyerswerdaer Neustadt hat statistisch wenig Positives zu bieten. Im echten Leben sieht das anders aus. Von Sascha Klein

Die Altstadt blüht statistisch wie auch im echten Leben auf und gewinnt Einwohner hinzu, die Hoyerswerdaer Neustadt hat dagegen mit einer miserablen statistischen Ausgangslage zu tun. Dabei ist dort in den vergangenen 15 Jahren auch jede Menge passiert. Es sind viele Millionen Euro investiert worden – nicht allein in Zuse-Hochhaus, Zuse-Computermuseum und den Lausitz-Tower. Mehrere Millionen Euro werden auch im Jahr 2018 wieder in verschiedene Projekte zwischen Stadtzentrum und WK X fließen.

Doch die nackten Zahlen der Strukturdaten der Stadt Hoyerswerda sprechen eine eher niederschmetternde Sprache. Seit dem Jahr 2000 hat die Neustadt mehr als 44 Prozent ihrer Einwohner verloren. Wohnten im Jahr 2000 noch 35 500 Menschen in den zehn Wohnkomplexen plus Stadtzentrum, Kühnicht und dem Grünewaldring, waren es 2017 nur noch etwa 19 800. Was aber auch nicht weiter verwunderlich ist. Denn in der Zwischenzeit gibt es die Wohnkomplexe VIII und IX nur noch rudimentär und den WK X nur noch mit einem einzigen übrig gebliebenen Würfelhaus in der Nagel-Straße. Dazu kommen noch das Laurentiushaus und neuerdings auch die Neubauten an der Dürer-Straße. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 (mit Dürer-, Dix- und Nagel-Straße) wohnten dort etwa 3250 Menschen – heute laut Statistik 224. Mit minus 93,2 Prozent hat der WK X in Hoyerswerda den größten Einwohnerrückgang überhaupt zu verkraften. Danach folgen die Areale, wo am meisten Wohnblöcke und Elfgeschosser gefallen sind: WK IX (minus 59,6 Prozent), Stadtzentrum (minus 55,7 Prozent) und WK VIII (minus 49,8 Prozent).

Doch die Neustädter sollten den Kopf nicht in den Sand stecken: Die Wohnungsgesellschaft investiert in diesem Jahr in den WK I, baut um und installiert Mietergärten in der Liselotte-Herrmann-Straße. Auch im WK III gibt es an einem Block neue Balkons. Die Lebensräume Hoyerswerda bauen vier neue Mietshäuser an der Dürerstraße und geben rund 2,7 Millionen Euro für die Herrichtung frei werdender Wohnungen aus. Das bedeutet: Statistik ist eben auch nicht alles.