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Menschliche Spuren auf Fotos gebannt

Ungewöhnliche Blickwinkel: Der Dresdener Fotograf Peter Fischer (r.) erläutert Monika Butter seine Arbeiten.
Ungewöhnliche Blickwinkel: Der Dresdener Fotograf Peter Fischer (r.) erläutert Monika Butter seine Arbeiten. FOTO: K. Demzenko/dcz1
Hoyerswerda. Die Kulturfabrik präsentiert ihre vorerst letzte Kleine Galerie. In der 82. Auflage zeigt der aus Cottbus stammende Fotograf Peter Fischer ungewöhnliche Perspektiven auf seine Wahlheimat-Stadt Dresden. Katrin Demzenko / dcz1

Der Dresdener Fotograf Peter Fischer gestaltet die letzte Kleine Galerie in der Zwischenbelegung, dem Noch-Domizil der Kulturfabrik (Kufa) Hoyerswerda. Im August sei endlich der Rückzug ins neue Haus am Markt geplant, sagte Kufa-Chef Uwe Proksch.

Bis dahin zieren etwa 40 Fotos von Orten in Dresden die Wände, die Peter Fischer seit 2008 gemacht hat und die seine ungewöhnlichen Blicke auf die Stadt zeigen. Seine beim Fotografieren erlebten Emotionen wolle er dem Betrachter vermitteln. Die in Hoyerswerda gezeigten Bilder waren schon im tschechischen Usti nad Labem zu sehen - auch in Dresden, Regensburg und Cottbus hat er ausgestellt.

Postkartentauglich und über die Internetseite Peter Fischers auch als solche erhältlich sind die Yenidze und die Frauenkirche gemeinsam auf einem Bild oder das Dresdener "Einhorn" am Militärhistorischen Museum. Das "Einhorn" müsse der Betrachter schon direkt von unten ansehen, damit es wie eine Spitze in den Himmel ragt, erklärte der Fotograf am Rande der Vernissage.

Peter Fischer, der seit 2008 fotografiert und sich das Handwerk autodidaktisch angeeignet hat, entdeckt oft mit der Kamera ungewöhnliche Hausfassaden oder Satellitenanlagen auf Dächern, die gerade einen besonderen Schatten werfen. Er dokumentiert immer von Menschen hinterlassene Spuren, zu denen auch weniger schöne Ecken der sächsischen Landeshauptstadt gehören. Einen eher morbiden Charme versprüht ein an einer alten Hauswand stehendes Dixi-Klo - direkt daneben, in einem Fenster, hängt ein Schild mit der Aufschrift "Willkommen in der Heimat".

"Ich arrangiere die Bilder nicht, ich schaue nur genau hin und habe eine Vorliebe für Detailgeschichten", sagte der Fotograf.

Wenn er, was regelmäßig geschieht, in Italien, Spanien oder am Balkan auf Fotoreise ist, steigt er öfter am Stadtrand aus dem Auto und nähert sich, langsam durch die Straßen streifend, dem Stadtkern. "Ich suche Details, die hervorgehoben oder ihres Kontextes beraubt, ein irritierendes Eigenleben entwickeln", erzählte der Fotograf den interessierten Besuchern bei der Ausstellungseröffnung.

Die Hoyerswerdaer Hobbysängerin Konstanze Niemz liebt skurrile Fotos und bemerkte, dass "einige Bilder Zusammenhänge herstellen, wo keine sind und man so eine Stadt mal anders kennenlernen kann."

Monika Butter, die ebenfalls die Ausstellung in der Kufa besuchte, erzählte, dass sie extra wegen der Dresden-Fotos gekommen sei. Sie freue sich, einige der fotografierten Orte wieder zu erkennen, denn sie habe sie mit ihren Kindern besucht, die in Dresden studieren. Dazu gehöre auch die wieder hergerichtete St. Pauli-Ruine, in der unlängst ein Gitarrenkonzert stattgefunden hat, so Monika Butter.