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| 16:48 Uhr

Deutsche Meisterschaft auf Partwitzer See
Ein meisterschaftliches „Gut Wind ahoi“

Zum ersten Mal findet eine deutsche Meisterschaft im Segelsport auf dem Partwitzer See statt. 49 Boote mit Seglern aus der gesamten Republik gehen in der Bootsklasse „Ixylon“ an den Start. Dabei handelt es sich um Boote, die in der DDR seit 1970 gebaut wurden.
Zum ersten Mal findet eine deutsche Meisterschaft im Segelsport auf dem Partwitzer See statt. 49 Boote mit Seglern aus der gesamten Republik gehen in der Bootsklasse „Ixylon“ an den Start. Dabei handelt es sich um Boote, die in der DDR seit 1970 gebaut wurden. FOTO: 1. Segelclub Partwitzer See / Jörg Diebel
Klein Partwitz. Auf dem Partwitzer See wird im Segelsport erstmalig eine deutsche Meisterschaft ausgetragen – bei lauem Lüftchen. Von Anja Hummel

Keine Minute mehr, dann soll es losgehen. 49 Segelboote liegen zum Start bereit – in einer Reihe mitten auf dem Partwitzer See. Die Sonne knallt bei 30 Grad Celsius. Plötzlich dröhnt das Abbruchsignal vom Boot der Wettfahrtleitung. Jörg Diebel schüttelt mit dem Kopf. „Es kann auch sein, dass wir hier drei Stunden warten und dann wieder an Land fahren, ohne dass irgendwas passiert ist“, sagt der 51-Jährige. Als MItglied vom hier heimischen 1. Segelclub Partwitzer See ist er nicht der Einzige, der sich in diesen Tagen vor allem eines ganz besonders wünscht: Wind.

Denn ohne den geht bei der deutschen Meisterschaft in der Segelbootklasse „Ixylon“ gar nichts. Zum ersten Mal findet solch ein großer Wettbewerb auf dem Partwitzer See statt. 49 Teams à zwei Personen aus ganz Deutschland treten gegeneinander an.

Es ist 12.40 Uhr. Geplanter Start für die erste Wettfahrt war bereits um 12 Uhr. „Jetzt haben wir vielleicht Windstärke zwei bis drei“, sagt Jörg Diebel, der selber nicht mitsegelt, sondern all die meisterschaftlichen Momente auf dem Wasser und an Land mit der Kamera festhält, die Presse mit Informationen versorgt und sie mit dem Motorboot aufs Wasser begleitet. „Es ist viel Geduld gefragt. Man kann vorher nie sagen, wie der Wind ist“, erklärt der Dresdner. Für den Segelclub ist die Ausrichtung der Meisterschaft „schon eine große Sache“. Als gute Werbung für das gesamte Seenland und den eigenen Segelclub bezeichnet er den Wettkampf. „Wenn alles gut funktioniert, kommen die Leute auch wieder“, ist er sich sicher.

Michael Stahlberg (r.) und Tobias Janke aus Werder an der Havel sind zwei der insgesamt 98 Meisterschaftssegler.
Michael Stahlberg (r.) und Tobias Janke aus Werder an der Havel sind zwei der insgesamt 98 Meisterschaftssegler. FOTO: LR / Anja Hummel

Mit am Start sind auch Michael Stahlberg und Tobias Janke. Sie sind aus Werder an der Havel angereist, segeln seit zehn Jahren und waren schon einmal bei einer Regatta auf dem Partwitzer See dabei. „Da war das Wasser noch braun“, erinnert sich der 30-jährige Michael. „Jetzt ist es definitiv wunderschön hier. Wir waren auch schon mehrmals baden“, wirft sein Kollege Tobias ein. Spaß wollen sie haben beim Segeln, ein Platz in den Top Ten wäre „am besten“.

So wie die beiden Segler von der Havel sind die meisten der Teilnehmer aus den neuen Bundesländern. Jörg Diebel weiß ganz genau, warum: Es wird in der Bootsklasse Ixylon gestartet. Das Ixylon ist ein Boot, was in der DDR ab 1970 gebaut wurde und die einzige DDR-Segelbootklasse, die es heute noch gibt.“ Alle anderen in der DDR entwickelten Boote seien mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden.

Auf dem Wasser hoffen alle noch immer auf bessere Windverhältnisse. Mittlerweile ist es kurz nach 13 Uhr. Die Startbojen wurden versetzt, Wind zieht auf. „Es muss schon zehn Minuten so blasen, ehe hier irgendwas angepfiffen wird“, sagt Jörg Diebel. Die Windstärke bleibt stabil. Und dann ertönt tatsächlich das finale Startsignal. 49 Ixylon-Boote segeln im Zickzackkurs über den Partwitzer See. Gut eine Dreiviertelstunde wird die erste Wettfahrt andauern. Mindestens vier davon müssen die Segler bis zur Siegerehrung am Samstagabend durchgeführt haben – sonst kann keine Wertung stattfinden. Jörg Diebel ist zuversichtlich: „Es sieht ganz gut aus. Die Sonne wird bleiben und wenn der Wind es ihr gleichtut, wird es eine gute Meisterschaft.“ Da bleibt den Seglern vom Partwitzer See nur eines zu wünschen: ein kräftiges „Gut Wind ahoi“.

Ein Video mit Eindrücken vom Segelwettbewerb gibt es auf www.lr-online.de/video

Beim Segeln heißt es immer: Warten auf die perfekten Windverhältnisse.
Beim Segeln heißt es immer: Warten auf die perfekten Windverhältnisse. FOTO: LR / Anja Hummel