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| 16:26 Uhr

Übrigens
Ein Keller voller Weihnachten

FOTO: LR / Sebastian Schubert
Was mich für gewöhnlich nach unten in den Keller verschlägt? Maximal diese zwei Szenarien: Entweder, ich brauche mein Fahrrad oder ich will irgendwas auf schnellstem Wege loswerden – von der ollen kaputten Küchenlampe über ausgelatschte Sommerschlappen bis hin zu überquellenden Aktenordnern. Von Anja Hummel

Einmal im Keller und es ward nie wieder gesehen! Dass mir diese verschmitzte Entsorgungsstrategie nach gerade mal einem Jahr in der Wohnung schon auf die Füße fällt, hätte ich mit etwas mehr Cleverness vorhersehen können. Denn wissen Sie, wer Schuld an meiner Misere ist? Richtig: Weihnachten! Keiner versteckt sich in seinen Pappschachteln und Wattebäuschen besser als Räuchermännel, Leuchtstern und Holzpyramide. Umstapelei olé! Spinnen hallo! Staub hatschi! Ich ziehe in den Kampf, alles für die Gesellschaftsnorm. Weihnachten ohne Deko? Undenkbar! Ich entdecke die erste Weihnachtstüte mit platt gedrücktem Türkranz und zersprungenen Glaskugeln. Die Räucherfrauen sind grünlich verfärbt, die Holzpyramide mit dünnen weißen Fäden umgarnt. Da ist es doch wirklich kein Wunder, dass der Keller so einen schlechten Ruf hat. Er ist einfach nicht dafür gemacht, Dinge wieder aus ihm herauszuholen. Also lasse ich den ganzen Kram dort, wo er ist. Gehe ich halt in diesem Jahr zum Feiern in den Keller. ⇥Anja Hummel