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| 17:22 Uhr

Kommentar
Logisches Wechselspiel

Sascha Klein
Sascha Klein FOTO: Sebastian Schubert / LR
Aufregung im Hoyerswerdaer Stadtrat oder nur Sturm im Wasserglas? Der Stadtrat hat diverse Ausschuss- und Aufsichtsratsposten nach dem Ausscheiden einiger Mitglieder neu besetzt. Das hat in etwa den Nachrichtenwert wie das morgendliche Zähneputzen. Von Sascha Klein

Aber: Die Freien Wähler haben ihr Fraktionsmitglied Michael Ratzing gleich mit aus den Listen entfernt. Warum? Weil Ratzing bekannt gegeben hat, sein Stadtratsmandat demnächst als AfD-Mitglied weiterzuführen. Menschlich ist das tragisch für Ratzing, der sich plötzlich wie ein Ausgestoßener fühlen muss und das umschrieben auch gesagt hat. „Ich habe einen Mitgliedsantrag gestellt, keinen Ausreiseantrag.“ Rein faktisch aber hat die Fraktionsspitze der Freien Wähler/Stadtzukunft genau das Logische getan – ein Mitglied zu ersetzen, das demnächst kein Mitglied mehr ist. Deswegen darf Michael Ratzing menschlich durchaus enttäuscht sein. Rein logisch hat er nichts anderes erwarten dürfen. In einer anderen Konstellation könnte Ratzing jedoch wieder in gewisse Ämter zurückkehren. Dann, wenn er und AfD-Sympathisant Marco Gbureck einen dritten Mitstreiter finden – logisch, um eine Fraktion zu bilden. Dann geht das Ausschussplätze-Verteilen wieder von vorne los.