Die Gesamtzahl der im Jahr 2015 polizeilich registrierten Unfälle in den Landkreisen Bautzen und Görlitz hat sich laut den aktuellen Zahlen der Polizeidirektion Görlitz erstmals seit drei Jahren auf rund 15 800 wieder leicht erhöht. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 ereigneten sich rund 200 Zusammenstöße weniger auf den Straßen. Nach Angaben der Polizei entwickelten sich die Unfallzahlen in den verschiedenen Revierbereichen aber sehr unterschiedlich.

Im Revierbereich Hoyerswerda sank die Anzahl der Unfälle im Vergleich zu 2014 beispielsweise um 60 auf rund 1900. Ein Anstieg war hingegen in den Revierbereichen Weißwasser mit insgesamt rund 1400 Zusammenstößen (Anstieg um 120) und in Kamenz mit 2600 Unfällen (Anstieg um 220) zu verzeichnen. Trauriger Spitzenreiter wurde Bautzen: Im Revierbereich wurden der Polizei im vergangenen Jahr rund 3300 Verkehrsunfälle gemeldet.

Personenschäden: Mehr Menschen sind im vergangenen Jahr in der Region bei Verkehrsunfällen verletzt worden. Bei 1830 Kollisionen mit Personenschaden verunglückten insgesamt 2353 Personen. 35 von ihnen - und damit fünf Menschen mehr als noch im Vorjahr - verstarben infolge der Unfälle. Die Zahl der Schwerverletzten blieb mit 586 leicht unter dem Vorjahresniveau. 1732 Personen erlitten leichte Verletzungen (2014: 1624 Personen).

Unfallursachen: "Killer Nummer eins im Straßenverkehr ist und bleibt Raserei. Allein in unseren Landkreisen starben 2015 zwölf Menschen bei Unfällen, bei denen überhöhte Geschwindigkeit die Ursache war", erklärt Polizeipräsident Conny Stiehl. Weiter gehören Vorfahrtsfehler, unzureichender Sicherheitsabstand sowie Alkohol- und Drogenkonsum zu den häufigsten Unfallursachen.

Rad- und Motorradfahrer: Der Anteil an Verkehrsunfällen mit Motorrädern mit einem Hubraum über 125 Kubikzentimeter ist im Jahr 2015 mit 146 Fällen niedriger als im Vorjahr. In den Landkreisen Bautzen und Görlitz starben sieben Biker im Straßenverkehr. Im Jahr 2014 waren es zwei Todesopfer. Bei Unfällen mit Radfahrern liegen die Fallzahlen in etwa auf Vorjahresniveau: Die Polizeidirektion Görlitz registrierte rund 630 Kollisionen, bei denen 353 Menschen leicht, 137 schwer sowie vier Radfahrer tödlich verletzt wurden.

Wildunfälle: Mit einem Anteil von knapp 22 Prozent war im Jahr 2015 etwa jeder fünfte von der Polizei in der Oberlausitz registrierte Verkehrsunfall ein Zusammenstoß mit Wildtieren. Die Anzahl stieg von 3200 auf 3450 Kollisionen. Besonders die waldreichen Regionen der Landkreise Bautzen und Görlitz nördlich der BAB 4 waren hiervon betroffen.

Unfallflucht: Etwa jeder fünfte gemeldete Verkehrsunfall (insgesamt rund 3100 Fälle) war nach Angaben der Polizei mit einer Unfallflucht verbunden. Größtenteils handelte es sich dabei um Parkrempler oder Außenspiegelkollisionen im Begegnungsverkehr. Vier von zehn Straftaten in diesem Deliktfeld klärte die Polizei auf.

Auffälligkeiten: Weniger junge Kraftfahrer der Altersgruppe 18 bis 24 Jahre waren im Vergleich zu 2014 an Verkehrsunfällen beteiligt. Besonders häufig fiel diese Zielgruppe aber als Verursacher auf, wenn sich Unfälle aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit (28 Prozent) oder nicht ausreichendem Sicherheitsabstand (18 Prozent) ereigneten. An mehr als 3500 Verkehrsunfällen waren Fahrer im Alter von 65 oder mehr Jahren beteiligt. In knapp 500 Fällen wurden Personen verletzt, davon verursachten in 334 Fällen die Senioren den Unfall. In jedem dritten Fall war ein Vorfahrts- oder Abbiegefehler die Ursache.

Verkehrskontrollen: Die Landratsämter der Landkreise Bautzen und Görlitz sowie die Polizei haben im Jahr 2015 bei Geschwindigkeitskontrollen insgesamt rund 168 000 Verstöße festgestellt. Zudem ermittelten Streifen der Polizei rund 47 700 Verkehrsordnungswidrigkeiten. Dabei wurden über 920 Handyverstöße registriert sowie über 5000 Gurtmuffel ertappt.