| 11:46 Uhr

Naturschutz
Mehr Land für den Rotmilan

Der Rotmilan gilt als Deutschlands heimlicher Wappenvogel. Für seine Bemühungen, ihn zu schützen, wird die Luzica Milch und Rindfleisch GmbH in der Oberlausitz ausgezeichnet.
Der Rotmilan gilt als Deutschlands heimlicher Wappenvogel. Für seine Bemühungen, ihn zu schützen, wird die Luzica Milch und Rindfleisch GmbH in der Oberlausitz ausgezeichnet. FOTO: Seaq68
Ralbitz-Rosenthal. Ein Oberlausitzer Landwirtschaftsbetrieb wird für seine Bemühungen um den heimlichen Wappenvogel Deutschlands ausgezeichnet.

Der Betrieb Luzica Milch und Rindfleisch GmbH aus Ralbitz-Rosenthal ist vom nationalen Schutzprojekt Rotmilan – Land zum Leben ausgezeichnet worden. Darüber informieren der Landwirtschaftsbetrieb und der Förderverein Sächsische Vogelschutzewarte Neschwitz. Zusammen mit weiteren Landwirten aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen wird der Betrieb aufgrund seines großen Engagements für den Greifvogel mit einer Urkunde geehrt.

„Für uns gehört der Rotmilan einfach zu einer intakten Kulturlandschaft dazu. Wir freuen uns, wenn wir zu seinem Schutz beitragen können“, so Geschäftsführer Matej Koreng.

Der Rotmilan gilt als Deutschlands heimlicher Wappenvogel. Jeder zweite Rotmilan auf der Welt brütet in Deutschland. Doch ihm geht es zunehmend schlechter: Die Anzahl der hierzulande brütenden Paare hat in den vergangenen 20 Jahren um ein Drittel abgenommen. Markenzeichen des Rotmilans sind sein gegabelter Schwanz und sein rostrotes Gefieder, das ihm auch seinen Namen gab.

Ziel des Schutzprojektes Rotmilan – Land zum Leben ist es, mehr Lebensraum für den bedrohten Greifvogel in der Kulturlandschaft entstehen zu lassen. Um den circa 900 bis 1200 Rotmilanpaaren in Sachsen unter die Flügel zu greifen, arbeiten hier Landwirte und die Rotmilan-Berater des Projektes zusammen.

Agrarumweltmaßnahmen, also ökologisch günstige Kulturen, die Landwirte freiwillig anbauen, spielen dabei eine besonders große Rolle, heißt es weiter in der Mitteilung. Aber auch der Schutz von Nestbäumen und die Verbesserung des Lebensraums mit der Anpflanzung von Hecken kommen demnach nicht zu kurz. Viele weitere Tierarten profitieren von den Maßnahmen, die ihnen Deckung und Nahrung bieten. Die Landnutzer zu beraten, hat daher einen besonders hohen Stellenwert. Im Landkreis Bautzen setzt der Förderverein Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz das Projekt um.

Stefan Siegel von dem Verein: „Nur mit persönlichem Kontakt und Zuverlässigkeit zwischen der Landwirtschaft und dem Naturschutz können wir in der Fläche etwas erreichen.“

Das Projekt Land zum Leben unterstützt die Ziele der „Naturschutzoffensive 2020“ des Bundesumweltministeriums und wurde seinerseits bereits durch die UN Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Seit Projektbeginn 2014 wurden in allen neun Projektregionen bereits 14 820 Hektar Nahrungsfläche für den Rotmilan verbessert. 980 Bruten wurden bisher dokumentiert und begleitet und 445 Maßnahmen zum Schutz der Nestbäume und Bruthabitate umgesetzt. Bis Ende 2019 läuft das Projekt noch.

Die Rotmilan-Experten des Fördervereins wollen noch mehr Landwirte für den Schutz des Rotmilans zu gewinnen. Stefan Siegel: „Der Anfang ist gemacht, aber es bleibt noch viel zu tun. Die Auszeichnung ist für alle Beteiligten eine willkommene Motivation, nicht nachzulassen.“

(red/dh)