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Mehr Gewitter für alle!

Ja, ich liebe Gewitter und schäme mich dessen nicht! Denn jedes Mal, wenn ich meine offenkundige Begeisterung gegenüber schwarzen Wolken, bebendem Donnern und sintflutartigem Regen kundtue, werde ich angesehen, als hätte ich gerade einem lebendigen Huhn den Kopf abgebissen. Um dennoch auszuschließen, ich würde einem unheimlichen Fetisch anhängen, begann ich nach einer Erklärung für meine gruselige Vorliebe für seichte Naturkatastrophen zu suchen und siehe da – ich muss nicht in die Selbsthilfegruppe der anonymen Gewittersüchtigen, denn mit mir ist alles bestens! Die negativen Ionen in der Gewitterluft haben eine belebende und befreiende Wirkung auf Mensch und Natur und sorgen nachweislich für eine Dopamin- also Glückshormonausschüttung.

Viele Menschen können bei Gewitter besser schlafen, und außerdem ist Regenwasser hervorragend für die Haut und spült - um mal die Esoterikkeule zu schwingen - den emotionalen Ballast in den Gulli. Wenn ich demnächst also bei strahlendem Sonnenschein durch die Sprem schlendere und schlecht gelaunten, mit dem Gesicht zur Faust geballten Mitbürgern begegne, weiß ich, dass das letzte Gewitter einfach wieder viel zu lange her ist.