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Lausitzer Seenland
Mehr Ausblick auf mehr Landschaft

Im sächsischen Teil des Lausitzer Seenlands sind zwei neue Landmarken am Blunodamm am Blunoer Südsee sowie am Westufer des Scheibe-Sees bei Hoyerswerda geplant.
Im sächsischen Teil des Lausitzer Seenlands sind zwei neue Landmarken am Blunodamm am Blunoer Südsee sowie am Westufer des Scheibe-Sees bei Hoyerswerda geplant. FOTO: LR
Hoyerswerda/Elsterheide. Im sächsischen Teil des Lausitzer Seenlandes sind zwei neue Aussichtstürme geplant. Dafür sind die Weichen gestellt. Von Catrin Würz

Der Rostige Nagel am Sedlitzer See bei Kleinkoschen soll zwei neue Geschwister im sächsischen Teil des Lausitzer Seenlandes bekommen. Schon seit dem vergangenen Jahr laufen die Vorplanungen und Standortuntersuchungen für zwei große Landmarken, die am Blunodamm am Blunoer Südsee sowie am Scheibe-See bei Hoyerswerda errichtet werden sollen. Zusammen mit dem schon vorhandenen Aussichtspunkt auf dem Dach der Energiefabrik Knappenrode soll auf diese Weise ein Landmarken-Trio im sächsischen Teil des Seenlandes entstehen und ein deutliches Plus an Attraktivität für die Besucher in der Region mit sich bringen.

Die Vorplanungen für dieses Konzept hatte der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (LSS) schon vor zwei Jahren an ein Landschaftsbüro aus Großräschen übergeben. Aus insgesamt 17 unter die Lupe genommenen möglichen Standorten wurden der Blunodamm nahe dem Elsterheide-Dorf und der Scheibe-See als Favoriten gekürt. Ergänzend wurde auch untersucht, wo Sichtschneisen im Gelände für eine größere Erlebbarkeit der Seenlandschaft und für mehr Blickkontakt zum Wasser sorgen könnten.

Nun hat der sächsische Seenland-Zweckverband auf seiner jüngsten Tagung weitere Weichen für sein Landmarken-Konzept gestellt. Während der Standort am Blunodamm weiterhin als ausgesprochen geeignet eingeschätzt wird, gibt es für den Scheibe-See jedoch eine Änderung. Bisher hatten die Planer einen Standort am Nordufer favorisiert. Doch nun hat die Stadt Hoyerswerda das ihr zugewandte Westufer als günstiger und sinnvoller für solch eine Landmarke vorgeschlagen. Gute Gründe gibt es dafür einige: Denn die Stadt entwickelt am Westufer gerade den Strandbereich und die dazugehörige Infrastruktur neu. In unmittelbarer Nähe gäbe es zudem konkretes Investoreninteresse, heißt es aus dem Hoyerswerdaer Rathaus. „Daraus ergeben sich natürlich Synergien bei der Erschließung mit Sanitäreinrichtungen, Parkplätzen und Wegen. Außerdem würde durch eine gastronomische Einrichtung die Besucherfrequenz auch für die Landmarke erhöht werden“, erklärt Projektentwickler Heiko Nowak vom Zweckverband LSS. Da die Stadt Hoyerswerda gerade den Bebauungsplan für das Scheibe-See-Westufer erweitert, könnte ein Areal für den neuen Aussichtsturm darin aufgenommen werden. Das schließt auch die Ausgliederung des Standortes aus dem dort bestehenden Landschaftsschutzgebiet ein. Wegen dieses Schutzgebietes war das Westufer bisher als Landmarken-Standort immer ausgeschlossen worden. Doch nun stehen die Gegebenheiten in neuem Licht da - und weitere Planungen sollen sich auf die neue Vorzugsvariante am Westufer konzentrieren.

Bevor die Planungen und Entwürfe für die beiden Aussichtstürme konkrete Formen annehmen, sollen auch noch einige offene Fragen zum Thema Barrierefreiheit und künftige Bewirtschaftungskosten geklärt werden. Ob Eintrittsgelder in Betracht gezogen werden, welche Sicherheitssysteme möglich sind und ob Kooperationen mit DSL-Sendeanlagen, Waldbrandkameras oder der Wasserrettung denkbar sind, muss freilich auch der Fördermittelgeber mitentscheiden können.

Die spätere Umsetzung und der Bau der Landmarken soll übrigens in die Verantwortung der jeweiligen Kommunen gelegt werden. Diese Entscheidung haben die Verbandsmitglieder einhellig getroffen. Demnach soll die Gemeinde Elsterheide den Aussichtsturm am Blunodamm und die Stadt Hoyerswerda die Landmarke am Westufer des Scheibe-Sees in eigener Verantwortung realisieren. Dazu müssen im Vorfeld die Finanzierungs- und Übernahmevereinbarungen, unter anderem mit der LMBV angepasst werden.