| 02:41 Uhr

Mehr als Fassadenkosmetik

FOTO: Catrin Würz
Hoyerswerda. Trotz weiter sinkender Einwohnerzahlen in Hoyerswerda ist Wohnungsleerstand für die LebensRäume-Genossenschaft weiterhin kein Thema. Ende 2016 waren beim zweitgrößten Vermieter der Stadt, der hier rund 6000 Wohnungen bewirtschaftet, erneut weniger als zwei Prozent der Wohnungen nicht vermietet. Catrin Würz

"Eine Zahl, die uns stolz macht. Aber es steckt auch eine Menge Arbeit darin", sagt Vorstand Axel Fietzek. Denn natürlich hat es auch bei den LebensRäumen im vergangenen Jahr jede Menge Bewegung und Wechsel im Mieterbestand gegeben: Umzüge, Wegzüge, Krankheit und Tod machen auch vor der Genossenschaft nicht halt. Aber: Mehr als 430 Wohnungen wurden im vergangenen Jahr zugleich neu vermietet. "Und in den meisten Fällen haben wir dafür diese Wohnungen zuvor umfassend renoviert und den Mieterwünschen entsprechend hergerichtet", so Fietzek. Zirka 2,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen pro Jahr dafür, Wohnungen für neue Mieter individuell anzupassen.

Eine Strategie, an der die Genossenschaft auch künftig festhalten will. Insgesamt sechs Millionen Euro sollen 2017 in die Werterhaltung der Gebäude und des Wohnungsbestandes fließen. Das sind die Schlüsselprojekte für 2017:

Fassadenauffrischung:Die baulichen Hüllen fast aller LebensRäume-Häuser wurden seit 1990 einmal saniert. Doch die Wärmedämm-Systeme bringen es mit sich, dass die Fassaden nach einigen Jahren verschmutzen und sich an der Wetterseite Moos bildet. An mehreren Hochhäusern sollen deshalb in diesem Jahr Auffrischungen der Fassadenfarbe vorgenommen werden - allerdings nur auf der betroffenen Wetterseite. Das wird zum Beispiel an der Ferdinand-von-Schill-Straße 5-7 und an der Schweitzerstraße 30 bis 36 der Fall sein.

Thema Aufzug: Erstmals seit 15 Jahren werden die LebensRäume wieder einen Aufzug neu in das Treppenhaus eines Fünfgeschossers installieren lassen. 2002 war dies zum letzten Mal gemacht worden. Im P2-Wohnblock in der Collinsstraße 46 soll das nun in diesem Jahr erneut geschehen. Es sei ein Test-Projekt und man erhoffe sich davon, leerstehende Wohnungen in den oberen Etagen wieder besser vermietet zu bekommen, so Axel Fietzek. Die Kosten für den Aufzugeinbau müssen auf das Nutzungsentgelt für die Wohnungen umgelegt werden, tragen also die Mieter.

In den vergangenen zwei Jahren hatte die LebensRäume e.G. rund eine Million Euro in die Erneuerung von schon vorhandenen Aufzügen investiert. Zwölf Anlagen wurden technisch erneuert und bieten jetzt mehr Raum, minimierte Energiekosten und Ausfallzeiten. Noch mehr neue Aufzüge plant die Genossenschaft jedoch nicht. "Rund ein Drittel unserer Wohnungen ist entweder mit dem Aufzug erreichbar oder liegt im Erdgeschoss. Unseres Erachtens eine ausreichende Zahl."

Ideen für junges Wohnen: Um speziell jungen Menschen den schwerer vermietbaren Wohnraum in der 4. und 5. Etage schmackhaft zu machen, haben die LebensRäume eine Idee: Wer in die oberen Geschosse einzieht, kann auf Wunsch eine Einbau küche installiert bekommen. Die Genossenschaft geht für die Küche in Vorleistung. Fietzek: "Das könnte ein attraktives Angebot für junge Menschen sein."

Eine weitere Idee betrifft so genannte XXL-Wohnungen. Dieses Segment fehle etwas in Hoyerswerda, glaubt Fietzek. Das Angebot der LebensRäume ist deshalb: Bei Bedarf können aus zwei Wohnungen neue Fünf- oder Sechsraumwohnung entstehen. Ein erstes Projekt ist für die Collinsstraße angedacht. Fietzek: "Ein Testballon. Mal sehen, wie es ankommt."