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Masterplan für den Koschendamm

Der Geierswalder See: Die grünen Flächen weisen die freigegebenen Sperrbereiche am Koschendamm aus.
Der Geierswalder See: Die grünen Flächen weisen die freigegebenen Sperrbereiche am Koschendamm aus. FOTO: LMBV
Elsterheide/Hoyerswerda. Seit die LMBV im Sommer am Geierswalder See großflächige Sperrbereiche am Koschendamm endlich zur Nutzung freigegeben hat, wird beim Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen (LSS) nun zügig nach Ideen für das Gelände gesucht. Catrin Würz

"Wir brauchen für das Areal einen Masterplan", sagt Daniel Just, Geschäftsführer des Zweckverbandes LSS. Solch ein Plan solle Möglichkeiten und Ideen für eine künftige Nutzung des freigegebenen Uferbereiches zusammentragen. "Der Plan soll beleuchten, ob und in welcher Form zum Beispiel eine Bebauung am Koschendamm möglich ist. Oder welche touristischen Ideen und Konzepte an diesem Standort erfolgversprechend wären", so Just.

Allerdings stehe der Verband so kurz nach der Freigabe der gesperrten Bergbauflächen noch ganz am Anfang aller Arbeit. Zunächst wurde jetzt beim Regionalen Planungsverband ein Antrag zur Finanzierung solch eines Masterplanes aus Fördertöpfen gestellt. Wenn die Finanzierung steht, soll gleich im nächsten Jahr mit der Erarbeitung begonnen werden. Gut 60 Hektar der Uferflächen am Koschendamm sind bereits im Eigentum des Zweckverbandes LSS, der sie schon vor Jahren erworben hatte.

Allerdings war die Erschließung dieses Ostufers des Geierswalder Sees nach dem tragischen Unglück in Nachterstedt (2009) und weiteren Grundbrüchen in der Lausitz (2010) wieder gebremst worden. Für den Koschendamm wurde eine geotechnische Neubewertung der komplett geschütteten Landbrücke von Experten durchgeführt und Verdichtungsnachweise erarbeitet. Das Gelände blieb so lange für die Nutzung gesperrt.

Für den Elsterheide-Bürgermeister Dietmar Koark ist es "höchste Zeit", dass man an den Uferbereichen des Koschendamms nun endlich vorankommt. Seit vier Jahren habe die Gemeinde gegenüber der LMBV immer wieder auf den verbindlichen Abschluss der bergtechnischen Aufsicht gedrungen. "Die Region steht unter großem Druck", sagt Koark. Die touristische Entwicklung ist vom Senftenberger See her und am Geierswalder See immer weiter vorangeschritten. Es besteht großer Handlungsbedarf, nun auch das Ostufer des Sees in diese touristische Infrastruktur einzubinden. Seit vielen Jahren sei es gesetzt, dass an den Uferbereichen des Koschendamms zum Geierswalder See hin der zukünftige Hauptstrand entstehen soll. Die Lage sei dafür ideal - mit ganztags Sonne - und es sind flache Uferbereiche vorhanden. "Diese Voraussetzungen machen es möglich, verschiedene Formen des Badestrandes anzubieten."

Von dem geplanten Masterplan verspricht sich Bürgermeister Koark viel. Die Kommune hatte für den Koschendamm vor Jahren schon mal einen Bebauungsplan in Arbeit, musste das Areal wegen der bergtechnischen Sperrung aber wieder aus allen Plänen tilgen. Nun, so hofft er, geht es hoffentlich schnell, bis erste Projekte an dem Strand realisiert werden. Den Bau eines Sanitärgebäudes am Badestrand in Geierswalde hat die Gemeinde als eines der wichtigsten Projekte mittelfristig schon auf dem Schirm.