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| 17:48 Uhr

Kreistag Bautzen und Serbski Sejm
Martin Schneider enttäuscht von Bautzener Kreistag

Bautzen. Stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender: Ablehnung des Gesprächsangebots der Sejm-Initiative ist nicht hinnehmbar.

Auf die Zurückweisungen im Bautzener Kreistag zum Gesprächsangebot der Sejm­-Initiative für eine Volksvertretung der Sorben/Wenden hat Martin Schneider, stellvertretender Kreisvorsitzender der SPD Bautzen und Mitglied der Initiative, mit großer Enttäuschung reagiert. Der Auffassung, die Sorben hätten mit der Domowina eine legitimierte Vertretung, hält er entgegen: „Die Sorben und Wenden haben kein Parlament als Meinungsbildungsplattform, wo sie wie jedes Volk demokratisch ihre Einheit in Vielfalt pflegen können und keines, welches sie vollumfänglich legitimiert vertreten kann. Dies kann ein immer partikular Interessen beladener Verein nicht leisten.“

Die Stiftung für das sorbische Volk, welche die Geschicke des sorbischen/wendischen Volkes über die Verteilung seiner finanziellen Mittel aktuell wesentlich bestimmt, sei eine Institution der Mehrheitsgesellschaft und damit von der Erfüllung des auch für die Sorben und Wenden geltenden Selbstbestimmungsrecht der Völker diametral entfernt, so Schneider weiter. Der Rückgang der sorbischen/wendischen Sprache im Schulwesen und die Unmöglichkeit der Ausweitung von Sprachangeboten im Falle von Elterninteresse zeige „die Unwirksamkeit der Bildungs- und Sprachpolitik für die Sorben und Wenden in der Hand der Mehrheitsgesellschaft“, so Schneider. Und weiter „Wer jetzt die Bildung der demokratischen Selbstbestimmungsstrukturen des Volkes behindert, nimmt vorsätzlich den Ethnozid des sorbischen/wendischen Volkes in Kauf.“