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| 21:20 Uhr

Landesfeuerwehrschule unter neuer Leitung
Neue Pläne für die Feuerwehrschule

 Markus Morgenstern ist der neue Chef der Landesfeuerwehrschule in Nardt. Hier steht er vor dem Denkmal eines DDR-Feuerwehrmannes, das sich im Eingangsbereich der Schule befindet.
Markus Morgenstern ist der neue Chef der Landesfeuerwehrschule in Nardt. Hier steht er vor dem Denkmal eines DDR-Feuerwehrmannes, das sich im Eingangsbereich der Schule befindet. FOTO: Rainer Könen
Nardt. Markus Morgenstern ist neuer Leiter der Landesfeuerwehrschule in Nardt. Der 38-Jährige ist passionierter Triathlet. Von Rainer Könen

Er hat sich bereits akklimatisiert. Zweifelsohne. Ging auch relativ schnell. Was daran liegt, dass Markus Morgenstern die Lausitz schon kennt. Seit einem halben Jahr lebt der 38-Jährige nun wieder in der neuen alten Heimat. Er sei angekommen, erzählt er bei dem Treffen in seinem Büro in der Landesfeuerwehrschule (LFS) in Nardt.

Draußen scheint die Sonne grell und aufdringlich, für den Monat April ist es ungewöhnlich warm. Wird es auch in Ostsachsen wieder so ein unerträglich-heißer Sommer werden, so wie im zurückliegenden Jahr. Einer mit vielen Waldbränden? Er schaut, verzieht kurz das Gesicht, meint dann, dass „etliche Feuerwehrkollegen diese Auffassung vertreten“. Er nicht? Man müsse einfach mal die nächsten Wochen abwarten, findet der neue Leiter der Landesfeuerwehrschule Sachsen. Dann könne man vielleicht Prognosen abgeben, wie es in den Sommermonaten in der Region werden wird. Die hiesigen Feuerwehren seien auf jeden Fall gerüstet, ist er sicher.

Seit Anfang Oktober des vergangenen Jahres hat Markus Morgenstern die Leitung der in Nardt gelegenen Landesfeuerwehrschule – wenn auch zunächst nur in kommissarischer Funktion. In wenigen Wochen, im Mai, wird er ganz offiziell, mit den üblichen Feierlichkeiten, das Amt antreten.

Nach Lutz Fichtner und René Kraus steht nun Markus Morgenstern an der Spitze dieser Feuerwehr-Ausbildungsstätte. Der gebürtige Cottbuser ist ein Mann der Praxis. Mit neun Jahren ist er der Jugendfeuerwehr im Cottbuser Stadtteil Sachsendorf beigetreten. Er stammt aber nicht aus einer feuerwehrgeprägten Familie. Damals, in der Wendezeit, seien die aus seiner Sicht so aufregenden Pioniernachmittage von einem Tag auf den anderen weggefallen. Was also tun, um die freie Zeit nach der Schule  aufregend zu gestalten? So war er bei der Sachsendorfer Jugendfeuerwehr gelandet. Ihm gefiel es dort, wenig später erhielt er bei der Berufsfeuerwehr die feuerwehrtechnische Grundausbildung. Nach dem Abitur ging er nach Westdeutschland, studierte Chemie in Göttingen und Darmstadt, arbeitete danach in der Industrie, wechselte von dort nach Münster zum IdF, dem Institut der Feuerwehr. Vor vier Jahren zog er nach Bayern, nach Sonthofen, wo er im Brandschutzzentrum der Bundeswehr tätig war.

Die Chance, in seine alte Heimat in die Lausitz zurückzukehren, nutzte er im vergangenen Jahr. Am 1. August 2018 fing er in der Nardter Landesfeuerschule als Abteilungsleiter für den Bereich Ausbildung an und übernahm wenig später die Leitung der Schule. Er ist hier auch für das 50 Mitarbeiter zählende Personal zuständig. Demnächst steht der weitere Ausbau der Ausbildungsstätte auf dem Plan. Da werden Morgensterns Fähigkeiten als Koordinator und als Initiator gefragt sein.

Auf dem Gelände sollen 50 zusätzliche Internatsplätze und vier weitere Ausbildungsräume geschaffen werden. Damit wird auch die Zahl der Mitarbeiter auf über 70 anwachsen. Des Weiteren ist der Bau einer großen Mehrzweckhalle geplant, mit einem Zweifelder-Spielfeld. Und zu guter Letzt werden die Außenanlagen der Feuerwehrschule erweitert, um weitere Ausbildungsflächen zu schaffen. Es gibt also viel zu tun für Markus Morgenstern. Abstimmungen, Zuarbeiten, die Interessen der Schule wahren und natürlich diese auch leiten.

In den zurückliegenden Wochen und Monaten waren immer mehr Leitungsaufgaben an den kommissarischen Leiter Morgenstern übergegangen. Der total motiviert ist für diese Aufgabe, denn Morgenstern will diese Ausbildungseinrichtung in den folgenden Jahren weiter in die Moderne führen. Dazu braucht es auf jeden Fall einen sehr langen Atem.

Den dürfte Markus Morgenstern, der mit seiner Familie in Hoyerswerda lebt, auf jeden Fall haben. Schließlich ist der 38-Jährige leidenschaftlicher Triathlon-Sportler. Radfahren, Laufen, Schwimmen – ein sehr zeitaufwendiges Hobby. „Zehn bis zwölf Stunden in der Woche trainiere ich“, so der Chef der LFS. So, wie es sich halt mit seinem Job vereinbaren lässt. Sein großer Traum: Einmal beim ältesten Triathlon-Wettbewerb dabei sein zu können, beim legendären Ironman in Hawaii.

Wo ja auch Durchsetzungsvermögen und mentale Stärke gefragt sind. Eigenschaften, auf die es auch in seinem Job als Chef der Landesfeuerwehrschule in Nardt ankommt.

 Markus Morgenstern ist der neue Chef der Landesfeuerwehrschule in Nardt. Hier steht er vor dem Denkmal eines DDR-Feuerwehrmannes, das sich im Eingangsbereich der Schule befindet.
Markus Morgenstern ist der neue Chef der Landesfeuerwehrschule in Nardt. Hier steht er vor dem Denkmal eines DDR-Feuerwehrmannes, das sich im Eingangsbereich der Schule befindet. FOTO: Rainer Könen