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| 15:11 Uhr

Malteser
Malteser bauen Sanitätsdienst in Hoyerswerda auf

Beatrix zu Lynar (l.), Pfarrer Peter Paul Gregor (r.) und Jens-Ingo Noack mit Schulsanitätern vor einem Krankentransportwagen.
Beatrix zu Lynar (l.), Pfarrer Peter Paul Gregor (r.) und Jens-Ingo Noack mit Schulsanitätern vor einem Krankentransportwagen. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Von Katrin Demczenko

„Die Malteser sind die modernen St. Martins.“ Mit diesem Satz begann Pfarrer Peter Paul Gregor von der katholischen Gemeinde Hoyerswerda den Gottesdienst am St. Martinstag, bezugnehmend auf den seit 1993 in der Stadt tätigen Malteser Hilfsdienst. Pfarrer Gregor erinnerte an den römischen Soldaten Martinus, der einst seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt und damit dem Nächsten in Not Hilfe geleistet hat. So handeln die Malteser immer noch, denn sie teilen ihre Zeit, Würde, Freiheit, Barmherzigkeit und ihren Glauben mit anderen Menschen.

Schon im Jahr 1113 wurde der Malteserorden mit dem Ziel gegründet, weltweit Kranke zu pflegen und Hilfsbedürftigen beizustehen, sagte der Dienststellenleiter der Malteser Hoyerswerda Jens-Ingo Noack den Gottesdienstbesuchern. Heute organisieren seine Mitarbeiter Erste-Hilfe-Ausbildungen und verschiedene Dienste für kranke sowie sterbende Menschen. Sie sind verantwortlich für den dritten Katastrophenschutzzug des Landkreises Bautzen und leiten den Sanitätsdienst an der Christlichen Schule Johanneum. Die jungen Mitglieder erwerben nicht nur medizinisches Grundwissen, sondern lernen auch, verlässlich miteinander zu arbeiten und Verantwortung für Mitschüler zu übernehmen, so Jens-Ingo Noack.

Der Schulsanitäter Simon erzählte, dass seine Freunde und er immer zu zweit während der Unterrichtszeit, in Pausen sowie bei Schulveranstaltungen im Einsatz sind. Wenn ein Schüler stürzt, Bauch- oder Kopfschmerzen hat, führen sie eine qualifizierte medizinische Erstversorgung durch und informieren bei Bedarf den Malteser-Rettungsdienst und die Eltern des Verunfallten.

Ähnlich wie am Johanneum Hoyerswerda soll künftig ein Sanitätsdienst in der katholischen Gemeinde funktionieren, informierte Jens-Ingo Noack die Anwesenden. Die Idee haben der Malteser Hilfsdienst Berlin und das Bonifatiuswerk entwickelt, um besonders der Jugend in den Pfarreien Aufgabenfelder zu erschließen, wo sie sich für andere Menschen einsetzen können.

Interessenten erhalten wie die Schulsanitäter eine Ersthelferausbildung und sichern dann Andachten, Gottesdienste, Wallfahrten und Pfarrfeste in Uniform und mit Notfallrucksack ab. Das gilt für Veranstaltungen in den Pfarreistandorten Hoyerswerda, Lohsa und Lauta, sagte der Dienststellenleiter der Malteser. Er freute sich, dass zum Start dieses neuen Projektes die Diözesan­oberin der Malteser in der Diözese Görlitz, Beatrix Gräfin zu Lynar, anwesend war.

Wie sinnvoll so ein dauerhaft eingerichteter Dienst sein kann, zeigte sich gleich nach dem St. Martins-Gottesdienstes, weil die Schulsanitäter die Sturzverletzung eines kleinen Mädchens fachgerecht verarzten konnten.