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Mängel bei Brandschutz: Nachbessern erforderlich

Lauta. In der Senioren-Wohnanlage "Alte Schule" in Lauta-Dorf sind von der örtlichen Brandschutzbehörde Mängel beim Brandschutz entdeckt worden. Nun will der Eigentümer zwar nachbessern, aber von der Behörde werden indessen weitere Bedenken angemeldet. Anja Guhlan / ang1

Während der jüngsten Sitzung des Ausschusses in Lauta hat Sylvia Drescher aus dem Lautaer Bauamt eine Änderung zur Baugenehmigung Modernisierung "Alte Schule" in Lauta-Dorf vorgestellt. Aufgrund von entdeckten Mängeln im Brandschutz bei einer durchgeführten Brandverhütungsschau der örtlichen Brandschutzbehörde bereits im Jahr 2015, entschied sich der Eigentümer nun, sein Brandschutzkonzept zu überarbeiten. Doch auch nach der Überarbeitung meldet die Brandschutzbehörde sowie die örtliche Feuerwehr ausdrücklich Bedenken an. Und auch der Ausschuss möchte mit seinen Mitgliedern noch keine Entscheidung zum Tekturantrag treffen, da die Situation mehr als heikel ist.

So ist beispielsweise in dem Konzept für das Gebäude, in dem sich 15 Wohneinheiten für Senioren befinden, die tagein und tagaus auch von einem ambulanten Pflegedienst betreut werden, kein zweiter Rettungsweg aus dem Obergeschoss, zum Beispiel durch eine Außentreppe, deklariert. Der Eigentümer setzt mit einem beauftragten Brandschutzbüro zunächst beim zweiten Rettungsweg auf Rettungsgeräte der Feuerwehr, die im Falle eines Brandes, die Personen aus der Gefahr heraus holen können. Ein entsprechendes Hubrettungsfahrzeug der Feuerwehr kann allerdings durch die Anfahrt von den Standorten Hoyerswerda oder Senftenberg nicht rechtzeitig da sein, so dass bei einem möglichen Brandszenario die Rettung nur über tragbare Leitern zu gewährleisten wäre. Nach Einschätzung der Feuerwehr Lauta-Dorf kann aufgrund der Mobilitätseinschränkungen der Bewohner die Rettung jedoch nicht über diese Rettungsgeräte der Feuerwehr geführt werden. Die Errichtung eines zweiten Rettungsweges, zum Beispiel in Form einer Außentreppe, wird daher als zwingend notwendig erachtet.

Der Sohn der Hauseigentümerin, Matthias Müller merkt an: "Alle notwendigen Maßnahmen zum Brandschutz wurden nachgebessert und umgesetzt. Ich bin erschrocken, dass jetzt eine Forderung zum zweiten Rettungsweg durch eine Außentreppe im Raum steht." Matthias Müller versichert, alle von der Bauaufsicht geforderten Maßnahmen umsetzen zu wollen. Die RUNDSCHAU hat bei der Bauaufsicht in Bautzen nachgefragt, jedoch sehr kurzfristig noch keine Antwort erhalten. Bei der Stadtverwaltung ist sich Hauptamtsleiterin Katrin Grader jedoch sicher, dass der Hinweis zur Sicherstellung des zweiten Rettungsweges, etwa durch eine Außentreppe, durch den Schriftverkehr sowohl bei der örtlichen Brandschutzbehörde, bei der Bauaufsicht als auch beim Eigentümer schon seit längerer Zeit vorliegt.

Zudem stuft sowohl die Feuerwehr als auch die örtliche Brandschutzbehörde das Gebäude der Wohnanlage als Sonderbau ein. Bisher hat das Objekt diesen Status nicht. Die Bauaufsicht erteilte eine entsprechende Baugenehmigung für das Vorhaben "Single-Wohnungen" im Jahr 2011. Doch laut Paragraf 2 der Sächsischen Bauordnung sind Gebäude zum Zwecke der Pflege oder Betreuung von Personen mit Pflegebedürftigkeit, Sonderbauten, bei denen es gilt, noch mehr Anforderungen wie unter anderem dicht verschließbare und feuerfeste Türen im Gebäude sowie ein vernetztes Rauchwarnmeldesystem zu installieren und die Kennzeichnung sowie das Aushängen von Rettungswegeplänen zu gewährleisten.

Laut Lautas Hauptamtsleiterin Katrin Grader existieren keinerlei Indizien für "Single-Wohnungen" in der Alten Schule in Lauta-Dorf, da die Bewohner unter anderem keine eigenen Briefkästen oder Klingelschilder besitzen. Für die Stadtverwaltung handelt es sich daher bei der Wohnanlage deshalb um einen Sonderbau. Doch der Verwaltung sind zum Erzwingen des notwendigen Brandschutzes die Hände gebunden, solange nicht der Sonderbau-Status greift.