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Mächtig viel Theater in Lauta

Bühne frei für die junge Theatergruppe aus dem IB-Jugendhaus in Lauta: Gerne führen sie vor Publikum ihre Stücke auf.
Bühne frei für die junge Theatergruppe aus dem IB-Jugendhaus in Lauta: Gerne führen sie vor Publikum ihre Stücke auf. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Lauta. Sechs junge Mädchen aus Lauta teilen sich eine Leidenschaft: Das Theaterspielen. Zum heutigen Welttag des Theaters geben die Mädchen Einblicke in ihre Probenarbeit und erzählen, was ihnen das Theaterspielen bedeutet. Anja Guhlan / ang1

Jeden Freitag proben die sechs Mädchen im Jugendklubhaus in Lauta am Lessingplatz. Es werden Aussprachen geübt, die Lautstärke der Stimme versucht zu heben und zu senken und jedes Mal geht es auch hinauf auf die Bühne, um zu schauspielern.

Zum Einspielen dürfen sich die Mädchen ein Stück selbst schnell ausdenken: Schon flattert Marie als kleine Fee auf der Bühne herum. Marie ist neun Jahre alt und die Jüngste in der Theatergruppe. Sie wirkt noch etwas schüchtern auf der Bühne. "Marie ist noch sehr zurückhaltend, aber jeder ist am Anfang so. Sie kommt noch aus sich heraus", sagt die zwölfjährige Laura. Marie hat erst mit dem Theaterspielen begonnen, während alle anderen schon seit zwei Aufführungen mit dabei sind. Marie fügt sich aber gut in die Gruppe ein. Schließlich teilen sich alle sechs Mädchen dieselbe Leidenschaft: das Theaterspielen.

Dass es einen Welttag des Theaters gibt, wussten die Mädchen bisher noch nicht. "Aber ich finde es gut, dass es einen solchen Tag gibt. Da werden andere Menschen mal auf das Theaterspielen aufmerksam", ergänzt Laura.

Etwas erfahrener wirkt Lydia auf der Bühne. Die 13-Jährige ist die Älteste in der Gruppe und hat bereits Theatererfahrungen in der Schule und auf den Theatertagen in Senftenberg gesammelt. "Mir macht das Theaterspielen sehr viel Spaß", meint sie. Lydia könnte es sich auch vorstellen, später den Beruf des Schauspielers auszuüben. "Es ist einfach toll, in die unterschiedlichsten Rollen zu schlüpfen", sagt Lydia. Die zehnjährige Jule meint daraufhin gleich: "Für mich soll das Schauspielern eher ein Hobby bleiben, was mir unheimlich viel Freude bereitet."

Die elfjährige Janine berichtet von den beiden bereits aufgeführten Stücken: "Wir haben bereits vor Kindergartenkindern das Märchen vom Rotkäppchen aufgeführt. Und in einem Altersheim haben wir für Senioren das Märchen über die Prinzessin mit dem goldenen Stern vorgespielt." Mit den Aufführungen sind sie alle zufrieden. Obwohl im Kindergarten ein kleiner Junge weinen musste, weil er soviel Angst vor dem bösen Wolf hatte.

Sie wollen alle möglichst authentisch spielen, doch die Schauspielkunst sei nicht immer einfach. Die elfjährige Meike findet es zum Beispiel immer schwierig, bei manchen Szenen oder Wortmeldungen nicht laut loszulachen. "Ich stelle mich auch gerne mal mit dem Rücken zum Publikum, was ich auch nicht machen sollte", meint Lydia.

Den Hinweis auf Fehler oder Verbesserungsvorschläge erhalten sie stets von der Sozialpädagogin Claudia Gommlich. Sie sitzt jeden Freitag und auch bei den Aufführungen auf dem Regiestuhl und leitet die Gruppe an. "Ansonsten lernen die Kinder eher autodidaktisch und aus dem Bauch heraus", erklärt Claudia Gommlich und fügt hinzu: "Für die Mädchen ist es eine sinnvolle und kreative Freizeitbeschäftigung."

Im Moment studieren sie ein neues Stück ein, das sich um eine kleine Weltreise drehen soll. "Es macht Spaß andere Menschen mit unseren Stücken zu unterhalten", meint Janine plötzlich. Gerne würden die Mädchen auch auf größeren Bühnen spielen, aber dazu müssen sie noch viel üben. Theaterspielen wird aber in jedem Fall ein Teil von allen Mädchen bleiben - ob auf kleinen oder der ganz großen Bühne.