ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 22:12 Uhr

Freiwillige Feuerwehr
Willi tritt offiziell seinen Dienst an

Die Plätze im neuen Luftkissenboot sind schnell gesichert: Bürgermeister Manfred Heine, Ortswehrleiter Stephan Ebeling und die stellvertretende Landrätin Birgit Weber haben im Beisein zahlreicher  Kameraden Aufstellung im Boot  genommen.
Die Plätze im neuen Luftkissenboot sind schnell gesichert: Bürgermeister Manfred Heine, Ortswehrleiter Stephan Ebeling und die stellvertretende Landrätin Birgit Weber haben im Beisein zahlreicher Kameraden Aufstellung im Boot genommen. FOTO: Anja Guhlan
Burgneudorf. Die Spreetaler Feuerwehr weiht neues Luftkissenboot ein. Der Namensgeber ist der ehemalige Gemeindewehrleiter. Von Anja Guhlan

Mit reichlich Spannung begleitet fährt eine Feuerwehrbesatzung das neue Gefährt der Gemeindefeuerwehr Spreetal von seinem künftigen Standort im Depot der Feuerwehr Burghammer auf den Festplatz. Dort sind am Wochenende 120 Jahre Ortswehr Burghammer gefeiert worden.

Unter den Blicken vieler Gäste, darunter Andrzej Kamyszek, Bürgermeister der polnischen Partnerstadt Jasień, die polnische Partnerwehr sowie andere Spreetaler Ortswehren,  wird das neue Luftkissenboot – ein  Hovercraft – offiziell eingeweiht.  Lange haben die Kameraden der Spreetaler Wehr auf diesen Tag gewartet. Zehn Jahre um genau zu sein. Gerade im Lausitzer Seenland kann die Rettung auf dem Wasser auch von Nöten sein. Mit einem entsprechenden Fahrzeug können Leben gerettet werden.

Nun steht das 5,80 Meter lange Luftkissenboot wahrlich vor allen. Das Gefährt mit einem Gewicht von 680 Kilogramm wirkt imposant. Fünf Personen haben darin Platz. „In der Regel werden bei einem Rettungseinsatz drei Feuerwehrkameraden an Bord sein plus Rettungstrage“, erklärt Frank Porep von der Ortsfeuerwehr Burghammer, der sich als Bootsführer  eines solchen Fahrzeuges hat ausbilden lassen. Insgesamt  haben acht Kameraden der Spreetaler Gemeindefeuerwehr den Bootsführerschein gemacht, um das Gefährt lenken zu können.

Spreetals Bürgermeister Manfred Heine brachte für die Einweihung zwar eine große Flasche Sekt mit, in der Absicht das Boot auch würdevoll einzuweihen. Das Gegenschlagen der Flasche ans Boot wurde dem Bürgermeister jedoch untersagt. „Dann trinken wir nachher einen Schluck, um das Boot einzuweihen“, sagte Heine daraufhin mit einem Lächeln. Indes durften zur Einweihung des Bootes all jene, die an der Anschaffung maßgeblich mitgewirkt haben, in ihm Platz nehmen. Manfred Heine ließ sich nicht lange bitten und  half auch Birgit Weber ins Boot. „Ich freue mich, dass das Luftkissenboot nun einsatzbereit ist“, sagte die stellvertretende Landrätin. „Gerade auch auf dem Wasser herrschen Gefahren. Das haben verschiedene Ereignisse bereits gezeigt. Dem kann jetzt Abhilfe geschaffen werden.“ Der Landkreis hat die Anschaffung des  163 000 Euro teuren Wasserrettungsfahrzeuges zu 75 Prozent gefördert.

Auch Ortswehrleiter Stephan Ebeling und Gemeindewehrleiter Oliver Puls sind froh, die einstige Idee nun umgesetzt zu wissen. „Vor etwa zehn Jahren hatte der damalige Gemeindewehrleiter Wilfried Wegener die Idee für dieses Wasserrettungsfahrzeug. Leider kann er an diesem tollen Tag nicht mehr unter uns weilen. Deshalb haben wir uns entschieden dieses Boot Willi zu nennen im Andenken an den Ideengeber“, erklärt Stephan Ebeling.

„Willi“ ist nun einsatzbereit. Das Boot ist mit zwei Motoren ausgestattet.   Hubmotor und Schubmotor weisen jeweils 35 und 110 PS aus. Das ermöglicht auf dem Wasser eine Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde und auf dem Eis eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h. „Das Rettungsboot darf bis zu der Windstärke vier eingesetzt werden“, berichtet Frank Porep.  Er stand an diesem Tag noch zahlreichen Bürgern und Gästen für Fragen zur Verfügung.

Am Ende soll das neue Hovercraft auch zur Mitgliederwerbung eingesetzt werden. „Gerade die Jugend interessiert sich für neue Techniken. Mit dem neuen Luftkissenboot glauben wir mehr Jugendliche in die Feuerwehr ziehen zu können“, sagt Bürgermeister Heine. Porep kann das teilweise bestätigen. Derzeit trainieren neun Kinder und Jugendliche in den Ortswehren Burghammer und Burg gemeinsam. Apropos Training:

Die Trainingseinheiten mit dem neuen Fahrzeug müssen derzeit auf dem Partwitzer See stattfinden, da man für den benachbarten Bernsteinsee noch keine wasserrechtliche Genehmigung erhalten habe. Dem Bürgermeister lag es am Herzen diese Sorge der stellvertretenden Landrätin mit auf den Weg zu geben. Denn sowohl Heine als auch die Kameraden der Feuerwehr hoffen die Übungseinheiten mit dem Luftkissenboot auf den eigenen Gewässern bald durchführen zu können.