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| 01:04 Uhr

Lohsaer Ärger über Parkteich ohne Wasser

Lohsa.. Eigentlich hat der Parkteich in Lohsa die Bezeichnung „Teich“ nicht verdient. Denn seit Jahren tummeln sich weder Fische noch Wasserpflanzen in dem einstigen Idyll. Das Nass fehlt. „Wir müssen den Teich erhalten. Christiane Klein

Der wächst immer weiter zu“ , ärgert sich Hans Hoffmann über den Verlust und hat auch gleich eine Begründung dafür parat, warum kein Wasser mehr da ist. „Die Speisung der Teiche vor der Inanspruchnahme durch den Bergbau erfolgte über einen natürlichen Zufluss oberhalb des Mühlenstaues“ , erinnert sich der Lohsaer, der den Parkteich (früher Marienteich), den Friedrichsteich und Luisenteich im Park noch von früher kennt. Durch die Verlegung der kleinen Spree durch den Tagebau sei die Wasserzufuhr zum Teich unterbrochen worden. „Der Wasserspiegel der kleinen Spree liegt jetzt unter dem Niveau der Teichsohle“ , schildert Hans Hoffmann. Der natürliche Zulauf ist damit außer Kraft gesetzt. Bis vor Jahren sei es immer noch gelungen, denn Teich über eine Pumpe mit Wasser zu befüllen. Doch die Sohle ist so undicht, dass das Wasser permanent wieder versickerte.
Es muss „eine Lösung zum Erhalt des Teiches gefunden werden. Durch den Einbau einer fachlich ausgeführten Dichtung könnte ein konstant gehaltener Wasserstand erreicht werden“ , schlägt der Lohsaer vor. Doch das kostet Geld. Bezahlen soll es die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV), denn die sind nach Meinung von Hans Hoffmann Schuld am Wassermangel. „Im Bereich Lippen und Kolpen wurden vormals bestehende Teiche, die überbaggert worden sind, landschaftlich dem ursprünglichen Zustand weitestgehend angepasst. Das Gleiche muss von der LMBV für die Ortslage Lohsa gefordert werden, sodass die Einwohner einen Teil des Parks renaturiert zurückerhalten“ , appelliert Hans Hoffmann.
Doch so leicht ginge das nicht, betont Bürgermeister Udo Witschas. Auch er wäre begeistert, wenn der Lohsaer Park endlich wieder einen Teich mit Wasser vorzuweisen hätte. „Aber ich kann nicht einfach mit Vermutungen zur LMBV gehen. Bisher habe ich aus dem Ort nur Laienaussagen gehört, aber keine Beweise vorgelegt bekommen“ , sagt der Bürgermeister. Wenn man von der LMBV die Sanierung des Teiches verlangen wolle, dann müsse man auch nachweisen können, dass das Wasser tatsächlich durch den Bergbau zurückgegangen ist.
Trotz bislang fehlender Beweise ist für Udo Witschas der Kampf um den Parkteich noch lange nicht verloren. Die Verwaltung wolle versuchen, über die so genannte Grundwasser-Wiederanstiegs-Studie die Folgeschäden des Tagebaus für Lohsa einzubringen. „Schließlich hat der Teich früher maßgeblich zur Grundwasserhaltung im Ort beigetragen und spielt deshalb eine wesentliche Rolle“ , betont Witschas.
Bei der LMBV war die Lohsaer Teich-Sorge bis zur Anfrage der RUNDSCHAU unbekannt. „Bisher wurde das Problem noch nicht an uns herangetragen“ , erklärte Manfred Weihrauch gestern. Der Teich läge an sich nicht in der Zuständigkeit der LMBV - es sei denn, der Wassermangel sei tatsächlich Folge des Tagebaus. Doch dafür lägen der LMBV bisher keine Beweise vor, so Weihrauch.