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Lohsa will sorbische Identität weiter stärken

Für den Erhalt der sorbischen Identität in den sorbischen Siedlungsgebieten der Lausitz spielen auch die Jüngsten eine wichtige Rolle.
Für den Erhalt der sorbischen Identität in den sorbischen Siedlungsgebieten der Lausitz spielen auch die Jüngsten eine wichtige Rolle. FOTO: Mandy Fürst/mft1
Lohsa. Einhellig hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung der Teilnahme der Einheitsgemeinde am Wettbewerb "Sprachfreundliche Kommune – Die sorbische Sprache lebt" 2017/2018 zugestimmt. In der Begründung der Beschlussvorlage verwies die Verwaltung auf die Lage der Gemeinde im 1999 vom Freistaat gesetzlich festgeschriebenen Siedlungsgebiet und die damit verbundene gesetzliche Pflicht, zur Stärkung der sorbischen Identität beizutragen. mft1

Die Entwicklung in der Gemeinde sei erfolgreich, weise jedoch durchaus noch Reserven auf, so die Einschätzung der Verwaltung. Man setze daher insbesondere auf die Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Begegnungsstätte Zejler-Smoler-Haus und dem Beirat für sorbische Angelegenheiten der Gemeinde Lohsa. In diesen wurden im Juni 2015 neben der Angestellten der Gemeindeverwaltung Katrin Reinhardt der Journalist Andreas Kirschke und die Leiterin der örtlichen Bibliothek Grit Pelzer berufen. Beide gehören auch zu den engagierten Mitgliedern des Fördervereins vom Zejler-Smoler-Haus.

Beim letzten Wettbewerb "Sprachfreundliche Kommune - Die sorbische Sprache lebt", ausgerufen und durchgeführt in den Jahren 2010 und 2011, hatte Lohsa die Kategorie "Weiteres ländliches Gebiet" gewonnen. 14 Städte und Gemeinden aus dem sorbischen Siedlungsgebiet, darunter Bautzen, Hoyerswerda, Kamenz und Wittichenau, hatten an diesem zweiten Wettbewerb teilgenommen. Neben Lohsa waren Hoyerswerda sowie Ralbitz-Rosenthal, Räckelwitz und Trebendorf als Sieger daraus hervorgegangen.

Rund 60 000 Sorben leben heute in Deutschland - 20 000 in der brandenburgischen Niederlausitz und 40 000 in der sächsischen Oberlausitz. Die Minderheit stellt ein Alleinstellungsmerkmal der Lausitz dar. Schutz, Erhalt und Förderung der sorbischen Kultur und nationalen Identität sind in beiden Bundesländern verfassungsrechtlich festgeschrieben, kreative Konzepte diesbezüglich gefragt. Während einer gemeinsamen Tagung im Mai 2016 hatten die Sorbenräte von Sachsen und Brandenburg daher die dritte Auflage des kommunalen Wettbewerbs zum Erhalt der sorbisch/wendischen Sprache beschlossen. Unterlagen und Präsentationen können bis zum 31. Dezember 2017 eingereicht werden. Die Auszeichnungsveranstaltung wird am 2. Februar 2018 stattfinden.