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| 01:27 Uhr

Lohsa stößt an finanzielle Grenzen

Lohsa. Die Gemeinde Lohsa steht in diesem Jahr nicht vor der Frage, was man Neues bauen kann. Im Gegenteil. Man muss schauen, was man sich überhaupt noch leisten kann. Von Uwe Schulz

Um zu sparen, sollen die Fußballvereine in Lohsa künftig nach dem Beispiel von Groß Särchen die Platzbewirtschaftung selbst übernehmen. Bei den Dorfgemeinschaftshäusern ist ebenfalls Groß Särchen das Vorbild. Krabats Neues Vorwerk wird vom Dorf- und Heimatclub bewirtschaftet, die wiederum auf Mieteinnahmen angewiesen sind. Anderswo in der Gemeinde ist dies noch unüblich. Auch das Freibad soll in diesem Jahr wieder geschlossen bleiben. Eine belastbare Information der Landesdirektion, wie damit dauerhaft verfahren werden kann, liegt noch nicht vor.

Andererseits steht die Gemeinde vor immer kleiner werdenden Einnahmen. Die allgemeine Schlüsselzuweisung des Freistaates, die immerhin ein Drittel des Haushaltsvolumens der Gemeinde ausmacht, ist um 144 000 Euro auf 1,5 Millionen Euro gesunken. Zwar darf die Gemeinde auf höhere Steuereinnahmen hoffen, doch ansonsten gehen die Zuweisungen und Einnahmen zurück.

Das bedeutet: Außer den Baumaßnahmen, die im vergangenen Jahr schon beschlossen wurden und für die Eigenanteile eingestellt sind, wird in diesem Jahr kaum etwas gebaut. Selbst für geplante Projekte fehlen noch Fördermittelzusagen.

Ansonsten sind ein neuer Zaun für die Kita Weißkollm geplant und eine Holzwurmbehandlung für den Dachstuhl der Kita in Lohsa. An der Grundschule Groß Särchen sollen neue Horträume geschaffen werden. Und an der Brücke Im Flusswinkel in Groß Särchen soll eine Baugrunduntersuchung bezahlt werden, weil die jetzige Brücke in den kommenden Jahren erneuert werden muss. Die Lohsaer Ortsfeuerwehr soll zudem ein neues Einsatzfahrzeug erhalten. Hier beläuft sich der kommunale Eigenanteil auf 150 000 Euro.

Trotz allem ist es Kämmerin Mandy Liepert gelungen, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen. Auch wenn der nur mit dem Kunstgriff funktioniert, dass die Gemeinde Geld aus der allgemeinen Rücklage entnimmt, also ans Gesparte geht. Rund 6,3 Millionen Euro stehen somit auf der Einnahmen- und der Ausgabenseite, von denen 4,9 Millionen auf den Verwaltungshaushalt entfallen. Doch da dies nicht einmal reicht, um die ordentliche Kredittilgung zu leisten, muss eben in die Rücklage gegriffen werden. Immerhin will die Gemeinde auch rund 60 000 Euro in die Straßenbeleuchtung investieren, um die sparsame LED-Technik einzuführen.

Zudem will die Deutsche Bahn die Bahnübergänge ausbauen. Da die entsprechenden Vereinbarungen unterzeichnet sind, stellt die Gemeinde Lohsa schon für dieses Jahr den Eigenanteil von rund 147 000 Euro bereit, auch wenn der Bau erst in den nächsten Jahren erfolgen sollte.

Doch da ist die finanzielle Lage der Gemeinde Lohsas noch angespannter als jetzt. Dennoch sprachen sich die Lohsaer Gemeinderäte in der Vorberatung des Haushalts mehrheitlich für eine Beibehaltung der Hebesätze aus. Im April wollen sie den Haushalt beschließen. Zum zweiten Halbjahr könnte er dann auch genehmigt sein.

Zum Thema:

Der Entwurf des Lohsaer Gemeindehaushaltes liegt noch bis zum 24. März in der Kämmerei im Rathaus aus. Einwendungen und Hinweise können bis zum 5. April vorgebracht werden.