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| 02:42 Uhr

Lohsa muss für Obdachlosenheim neue Trinkwasserleitung bauen

Sehr weit außerhalb von Litschen steht dieses Gebäude Zum Neuhof, das seit 16 Jahren Lohsas Obdachlosenheim ist.
Sehr weit außerhalb von Litschen steht dieses Gebäude Zum Neuhof, das seit 16 Jahren Lohsas Obdachlosenheim ist. FOTO: mft1
Lohsa. Um ihre Obdachlosenunterkunft funktionsfähig zu halten, muss die Gemeinde Lohsa jetzt nochmal tief in die Tasche greifen. Denn zu dem weit abgelegenen Objekt im Ortsteil Litschen muss eine neue Trinkwasserleitung verlegt werden. mft1

Das wird 66 300 Euro kosten. In dem Mehrfamilienhaus Zum Neuhof wohnen derzeit zwei Obdachlose.

Seit dem Jahr 2000 wird das ziemlich weit außerhalb des Dorfes gelegene und ziemlich heruntergekommene Gebäude mit der ziegelroten Klinkerfassade als Obdachlosenunterkunft genutzt. Das Haus ist Eigentum der Gemeinde - und als man dazumal ein Objekt für diesen Zweck suchte, war es neben der Aufstellung von Wohncontainern die einzige Alternative. Mit 70 Prozent Fördermitteln aus einem speziellen Programm zur Wohnraumversorgung von Obdachlosen investierte die Gemeinde Lohsa deshalb im Jahr 2000 in das Dach, in Fenster, Türen, Böden, in die Sanitärbereiche und Teile der Elektrik.

Die Gemeinde habe in kommunaler Hand einfach kein besseres Objekt, begründet Bürgermeister Thomas Leberecht (CDU) das weitere Festhalten an dem abgelegenen Gebäude und die erneute Investition, die wegen des schlechten Zustandes der jetzigen Trinkwasser-Stahlleitung nötig ist. Die Höhe des Aufwandes werde sich jedoch relativieren, da der auf dem benachbarten Hundetrainigsplatz tätige Verein ein weiterer Anschlussnehmer der neuen Versorgungsleitung werden wird.

Laut Gesetz ist die Bekämpfung der unfreiwilligen Obdachlosigkeit eine staatliche Aufgabe der Daseinsvorsorge, die in den Händen der Städte und Gemeinden liegt. Fünf Wohnungen für maximal zwölf Personen hält Lohsa für Menschen in höchster Not vor. Zwei Männer sind derzeit in dem Haus wohnhaft. Die Gemeinde habe für deren Grundbedürfnisse Sorge zu tragen, erklärt Lebe recht. So wird Kohle zum Beheizen der Räume zur Verfügung gestellt. Pflegedienst und soziale Betreuung sind regelmäßig vor Ort. So, wie Mitarbeiter der Verwaltung, die alle zwei Wochen nach dem Rechten sehen.

Auch, wenn sich der Eindruck aufdrängt, die Gemeinde würde ihre Schwächsten aus der Mitte der Gemeinschaft heraushalten. "So ist es nicht", sagt Thomas Leberecht. Im vergangene Jahr hätten die Bemühungen der Kommune um die Bewohner sogar Früchte getragen. Einer der Betroffenen konnte in eine kommunale Wohnung und ein geregeltes Leben zurückgeführt werden. Er sei auf einem guten Weg zurück in die Eigenständigkeit.