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| 16:15 Uhr

Ein Gastronom mit Vision investiert ins Seenland
Zukunftspläne für alten Bahnhof in Lohsa

Maik Herzog (33) will aus dem alten Bahnhofsgebäude direkt gegenüber des Dreiweiberner Sees ein Rundum-Angebot für Touristen und einheimische Gäste schaffen.
Maik Herzog (33) will aus dem alten Bahnhofsgebäude direkt gegenüber des Dreiweiberner Sees ein Rundum-Angebot für Touristen und einheimische Gäste schaffen. FOTO: LR / Anja Hummel
Lohsa. Maik Herzog aus Lohsa investiert ins Seenland: Den alten Bahnhof direkt am Dreiweiberner See will er in ein Touri-Rundum-Angebot verwandeln. Von Anja Hummel

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragt der 33-Jährige. Er springt von einer Ecke in die nächste: „Hier links kommt die kleine Gaststube hin, dort drüben geht es hoch zu den Zimmern und hinten richten wir die Showküche ein.“ Maik Herzog beweist bei der Baustellenbegehung eindrücklich: Der Mann hat eine Vision, die vor seinem inneren Auge längst Realität ist. Das alte Bahnhofsgebäude direkt gegenüber des Dreiweiberner Sees in Lohsa soll sich im kommenden Jahr in ein ganz besonderes Gasthaus verwandeln.

Etwa eine halbe Million Euro, schätzt er, wird er in das Projekt investieren „Aber nicht jetzt sofort, sondern auf zehn Jahre gerechnet“, sagt der Koch und lacht. Noch steht er inmitten von Bauschutt in einer riesigen ausgekühlten Halle. Seit drei Jahren steht sie leer, vorher war in dem hellblauen Gebäude ein Tattoostudio eingemietet. Jetzt gehört das alles Maik Herzog. „Klar kann das auch schief gehen“, sagt der verheiratete Mann und zweifache Vater. Was ihn vom Risiko nicht abhält: Er glaubt an die Region, an den Tourismus, an seine Stammkunden. Denn er ist kein Unbekannter: Seit sieben Jahren betreibt er das Gasthaus „Zum weißen Ross“ am Markt in Lohsa. „Ich ziehe um, weil ich einfach mehr Platz brauche“, sagt er, spricht von fehlenden Schlafmöglichkeiten für Gäste und einer viel zu kleinen Küche. „Die Nachfrage ist von Jahr zu Jahr spürbar mehr geworden. Wenn wir es gut anstellen, wird es schon laufen.“ Dass das Anlocken von Touristen in Lohsa aber nicht ganz so einfach wie in anderen Seenland-Orten wird, davon ist Herzog überzeugt: „Wir sind durch unsere Lage ein bisschen ausgegrenzt.“ Der Senftenberger See als Mittelpunkt des Seenlandes sei zu weit weg. Auch die Oberlausitzer Tourismusregion ist nicht direkt um die Ecke. „Wir können uns da nicht einfach einreihen, wir müssen selbst was auf die Beine kriegen“, sagt Herzog. Sein erklärtes Ziel: „Ich möchte, dass die Leute herkommen, hierbleiben und auch wiederkommen.“ Dann, so Herzog, hätten letztendlich alle was davon. Von Konkurrenzdenken hält er deshalb nicht sonderlich viel. „Die Lohsaer sollten sich gegenseitig unterstützen und empfehlen, um den Gästen das bestmögliche Gesamtangebot zu bieten.“

Das Angebot was er künftig bieten möchte: 15 Doppelzimmer, eine große Gaststube mit Biergarten für gut 140 Leute, frische und regionale Küche und Kochkurse zum Mitmachen. „Man braucht natürlich ein Konzept und vor allem auch eine Bank im Rücken“, sagt der junge Mann. Letzteres sei alles andere als einfach gewesen. „Da kann man schwarze Zahlen schreiben wie man will, als Gastronom bekommt man einfach keinen Kredit.“ Zumindest nur schwerlich, mittlerweile hat er die Unterstützung, die er für sein Vorhaben benötigt. Bis spätestens Ende 2019 soll die neue Gaststube mit acht festangestellten Mitarbeitern eröffnet werden – auch die ersten Doppelzimmer sollen dann längst bezugsfertig sein.