Das beunruhigt Anwohner, die nahe am Zoo wohnen. "Geht es dem Tier gut? So oft hat die Löwin früher nicht gebrüllt", so äußerten sich besorgte Anrufer am RUNDSCHAU-Reportertelefon.

Die zoologische Leiterin Dr. Kathrin Kaltwaßer bestätigt, dass die Großkatze jetzt öfter als früher laut ruft. Ein Grund zur Sorge sei das jedoch nicht. "Das ist ganz normales Revierverhalten", erklärt die Zoochefin. Früher habe der Kater diese Aufgabe übernommen, jetzt macht es die Löwin selbst. Mit dem Brüllen rufen die Tiere in die Landschaft, um zu prüfen, ob noch andere Artgenossen in der Nähe sind. "Das ist ein ganz natürliches Suchverhalten. Das beste für Baari wäre es jetzt, einen neuen Artgenossen für sie zu finden", erläutert Kathrin Kaltwaßer.

Aber genau dies ist eben nicht so einfach. Löwen sind in der zoologischen Landschaft in Deutschland nicht leicht zu vermitteln. "Wir sind dazu schon seit Monaten im Gespräch mit Kollegen aus anderen Zoos", sagt Kathrin Kaltwaßer. Ein passendes Tier zu finden brauche jedoch seine Zeit.

Der bisherige Partner von Baari musste im vergangenen August im Hoyerswerdaer Zoo eingeschläfert werden. Löwe Fritz hatte das für afrikanische Löwen biblische Alter von 20 Jahren erreicht. Doch zum Schluss ging es ihm immer schlechter. Er verweigerte öfter die Nahrungsaufnahme, so dass ihm auch keine Medikamente zur Linderung seiner Beschwerden gegeben werden konnten. Ende August entschied sich der Zoo schweren Herzens, das Tier zu erlösen. Fritz gehörte seit dem Jahr 1996, als er vom Berliner Zoo in die Lausitz kam, zu den Lieblingen der Besucher im Zoo Hoyerswerda.

Nun ist seine Gefährtin Baari allein im Löwenkäfig. Ihre Rufe hallen mehrmals am Tag durch die Anlagen. Dabei sei es nach Angaben von Zoochefin Kathrin Kaltwaßer normal, dass die Löwin auch mal vormittags brüllt, wie es den Anwohnern aufgefallen ist.. "Die Ruhephasen der Löwen sind zwar am Tag und können insgesamt bis zu 20 Stunden dauern. Aber auch Fritz hat regelmäßig am Vormittag gerufen. Jetzt übernimmt Baari diesen Part."