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LMBV will an Lohsas Strand gegen Eisenocker vorgehen

Hoyerswerda. Noch in diesem Jahr will die LMBV am verockerten Badestrand in Lohsa drei verschiedene Technologien gegen das Eisen im Wasser testen.

(cw) Das ist ein Rückschlag für die Tourismusentwicklung am Dreiweiberner See: Unternehmer Andreas Mühle, der am Ufer des Sees seit drei Jahren einen Fahrzeugpark mit Trikke-Verleih und Motorrad-Parcours betreibt, wirft das Handtuch. Während der Lohsaer Gemeinderatssitzung am Dienstagabend gab der Unternehmer bekannt, sein Geschäft zum Jahresende einstellen zu wollen. "Es tut mir wirklich leid. Aber es rechnet sich einfach nicht", sagte er tief bewegt. Mühle war seit 2015 einer der ersten Touristik-Anbieter am Dreiweiberner See - doch seine Hoffnung auf herbeiströmende Gästescharen und ein gutes Geschäft gingen nicht auf. Nun kündigt Andreas Mühle seinen Pachtvertrag für das Gelände am See wieder auf. Betroffen nahmen die Gemeinderäte diese Ankündigung entgegen.

Für etwas mehr Grund zu Hoffnung den Dreiweiberner See betreffend sorgte im Anschluss LMBV-Sanierungsexperte Gerd Richter. Er bilanzierte den aktuellen Stand der Bergbausanierung auf dem Gebiet der Gemeinde Lohsa. Für den Dreiweiberner See stellte er konkrete Maßnahmen in Aussicht. Noch in diesem Jahr soll an dem mit Eisenocker verunreinigten Badestrand bei Lohsa ein Pilotprojekt gegen die Eisenablagerungen gestartet werden.

Zu dem Thema forscht das Sanierungsunternehmen ja bereits seit einiger Zeit und hat nun drei verschiedene Verfahren entwickelt, mit denen im Untergrund austretendes saures und eisenhaltiges Wasser in der Ufersickerlinie abgewehrt werden soll. "Wir erwarten noch im Herbst die beantragte behördliche Genehmigung für diese Verfahren und wollen ab Oktober mit einem Pilotvorhaben alle drei Verfahren am Lohsaer Strand testen", erläuterte Gerd Richter.

Dabei handelt es sich zum einen um ein strömungsbrechendes Drainagesystem. Als zweite Technologie soll der Einbau geosynthetischer (textiler) Dichtungsbahnen getestet werden und drittens das Einbringen von Kalk. Alle drei Varianten sollen - nicht wie sonst üblich hintereinander - sondern parallel ausgeführt werden,. Das könne messtechnisch dann noch besser verglichen und die am besten geeignete Methode ermittelt werden, teilt die LMBV mit. Die Ergebnisse sollen je nach Erfolg der Methode in Zukunft auch für andere "Problemorte" nützlich sein.

Wenn also ab Oktober der Probebetrieb gestartet wird, muss die LMBV freilich auf günstiges Wetter hoffen. Starke Niederschläge seien dann genauso ungeeignet wie lange Frostperioden, die zum Bodenfrost oder Zufrieren der Uferbereiche führen könnten. Gerd Richter kündigte an, dass die Versuchsfelder bis ein Jahr nach der Fertigstellung betreut werden. Die Nutzung des Lohsaer Strandes soll dabei 2018 ungehindert möglich sein. Zum Abschluss werde der Strandbereich mit neuem weißen Sand überzogen, versprach er.

Gute Aussichten also, dass die unschönen roten Eisenflecken am Lohsaer Strand. des Dreiweiberner Sees nächstes Jahr der Vergangenheit angehören.