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| 17:00 Uhr

Polizei
Lkw braucht fünf Kilometer zum Überholen

Bautzen. Ein Lkw-Fahrer hat sage und schreibe vier Minuten gebraucht, um auf der A 4 bei Bautzen an einem anderen Sattelzug vorbei zu zuckeln – und das mit defekter Bremse und sämtlichst durchgerissenen Bremsscheiben.

Donnerstagvormittag ist eine Streife der Autobahnpolizei Zeuge eines Elefantenrennens auf der A 4 geworden. Ein Lastzug in Richtung Görlitz benötigte beinah fünf Kilometer, um einen anderen zu überholen. Für etwa vier Minuten blockierte er die linke Spur. Dahinter staute sich der Verkehr. Die Polizisten lotsten das Gespann an der Anschlussstelle Bautzen-Ost von der Autobahn.

Der 64-jährige Fernfahrer war sich Polizeisprecher Thomas Knaup zufolge keiner Schuld bewusst. „Dass er rein rechnerisch einen Geschwindigkeitsüberschuss von rund 20 km/h bräuchte, um überholen zu dürfen, war ihm – so wie wahrscheinlich vielen seiner Kollegen – nicht bekannt. Der Lkw hätte nach geltender Rechtsprechung höchstens 45 Sekunden benötigen dürfen, um unter Beachtung des Sicherheitsabstandes  auszuscheren, zu dem langsameren Fahrzeug aufzuschließen, an diesem vorbeizufahren und wieder mit Sicherheitsabstand einzuscheren. Das Manöver wird ein Bußgeld nach sich ziehen.

Damit nicht genug: Die Verkehrspolizisten schauten sich auch den technischen Zustand des Lasters genau an. Die Bremse am Anhänger war defekt, alle Bremsscheiben waren durchgerissen. Ein technischer Sachverständiger stufte den Anhänger als verkehrsunsicher ein. Daraufhin wurde die Weiterfahrt untersagt.

Der 64-jährige Fahrer und auch der Halter des Gespanns sind nicht das erste Mal mit technischen Mängeln an einem Lkw polizeilich in Erscheinung getreten. Darum wird die Polizei der Bußgeldstelle der Landesdirektion empfehlen, nicht das üblicherweise fällige Bußgeld, sondern einen spürbar höheren Betrag zur Ahndung der Ordnungswidrigkeiten anzusetzen.

(red/dh)