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Literatur als Wirtschaftsfaktor

Hoyerswerda. Der vom Hoyerswerdaer Kunstverein erdachte „Parabelring“ – ein Netzwerk Lausitzer Literaten – nimmt Formen an. Inzwischen ist die Liste von Autoren, die über die Lausitz geschrieben haben oder in der Region geboren worden sind, auf über 90 angewachsen. Vereinschef Martin Schmidt hofft auf Förderung durch den Kulturkonvent. Der „Parabelring“ soll Literaturfans in die Region locken. Von Sascha Klein

Schon jetzt ist zu erkennen, dass dem Hoyerswerdaer Kunstverein eine Menge Arbeit ins Haus steht, um ein Netzwerk Lausitzer Autoren aus Vergangenheit und Gegenwart zu knüpfen. Es müssen Biografien recherchiert, Bibliografien erstellt und Daten abgeglichen werden. Zwei Bürgerarbeiter stehen dafür ab dem 1. März zur Verfügung. Vereinsvorsitzender Martin Schmidt denkt allerdings schon einen Schritt weiter. Nachdem die RUNDSCHAU am 2. Januar einen ersten Beitrag über das Projekt veröffentlicht hat, haben sich viele Literaturbegeisterte aus der gesamten Region bei Schmidt gemeldet, um die Liste zu erweitern. Viele hätten sich mit dem Satz gemeldet: "Aber der fehlt doch noch", sagt Martin Schmidt. 90 Namen sind bis jetzt zusammengekommen. Der Kunstkenner und Brigitte-Reimann-Experte glaubt, dass es bis zu 125 Autoren werden können, die den Literaturschatz der Lausitz widerspiegeln können. Was die Region davon haben soll: eine neue literarische Identität. Denn bislang gebe es zwar einzelne Projekte, aber wenig Verbindendes. "Wenn jeder nur für sich wirbt, ist das nichts", so Schmidt. Dabei will der Kunstverein die Schnittstelle sein. Die Anbieter, ob nun Leuchttürme wie das Lessing-Museum in Kamenz, die Krabatmühle in Schwarzkollm oder die Brigitte-Reimann-Begegnungsstätte in Hoyerswerda, sollen selbst Angebote machen.

Am kommenden Montag schaut Martin Schmidt erst einmal zur nächsten Sitzung des Kulturkonvents Oberlausitz-Niederschlesien. Dieser soll dann über den Förderantrag des Kunstvereins beschließen. Schmidt hofft darauf, dass der Konvent das Projekt Parabelring mit 6300 Euro unterstützt.

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HintergrundDie Liste der Literaten umfasst zurzeit etwa 90 Namen. Dabei sind unter anderem Gotthold Ephraim Lessing, Roza Domascyna, Johann Gottlieb Fichte, Kito Lorenc, Hanzo Njepila, Waltraut Skoddow, Jan Arnost Smoler, Gottfried Unterdörfer, Brigitte Reimann, Jan Skala, Jurij Brezan, Volker Braun, Benno Budar, Benedikt Dyrlich, Siegfried Pitschmann, Otfried Preußler, Erwin Strittmatter und Heinrich Fürst von Pückler