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| 16:34 Uhr

Arbeitsmarkt
Billiglöhne in der Lausitz vertreiben Fachkräfte

 Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Ostsachsen, Jan Otto, hat das Thema der Billiglöhne in der Lausitz als Standortnachteil aufgemacht. Die Linken im Sächsischen Landtag erklären, der Ministerpräsident trage dafür mit die Verantwortung.
Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Ostsachsen, Jan Otto, hat das Thema der Billiglöhne in der Lausitz als Standortnachteil aufgemacht. Die Linken im Sächsischen Landtag erklären, der Ministerpräsident trage dafür mit die Verantwortung. FOTO: dpa / Jens Trenkler
Dresden/Wittichenau. Die Linken in Sachsen machen Ministerpräsident Michael Kretschmar (CDU) für die Fehlentwicklung auf dem Arbeitsmarkt in der Lausitz mitverantwortlich.

Die Kritik der Industriegewerkschaft (IG) Metall an der „Billiglohn-Lausitz“ anlässlich des aktuellen Tarifstreites bei Maja-Möbel in Wittichenau ist für Nico Brünler, arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag, eine Steilvorlage. Er erklärt: „Ja, der Fachkräftemangel ist zu einem Gutteil hausgemacht: Wer hochqualifizierte Leute wie Aushilfskräfte bezahlen will, sollte sich nicht wundern, dass sie für sich und ihre Familie in anderen Teilen der Bundesrepublik ein angemessenes Auskommen suchen.“ Für diese Unkultur der Unterbezahlung sei auch der derzeitige Ministerpräsident Michael Kretschmer, der als CDU-Bundestagsabgeordneter jahrelang gegen den Mindestlohn gekämpft habe, mitverantwortlich.

Nun sei der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn zwar gegen den Widerstand von Kretschmer eingeführt worden. Doch ungeachtet dessen sei es hin zu ordentlichen Löhnen und Gehältern noch ein weiter Weg. Ein erster wichtiger Schritt sei die Ausweitung der Tarifbindung. Solange der Normalfall in der Lausitz die Tariflosigkeit sei, würden die Milliarden für die Infrastruktur, die jetzt fließen sollen, nur einen Effekt haben: dass die Menschen schneller die Lausitz verlassen können.

„Deshalb sollte jede aktuelle Auseinandersetzung um anständige Tarife Anlass für die Politik sein, auf den Prüfstand zu stellen, was sie selbst zu einer Hebung des Lohnniveaus beitragen kann“, argumentriert der Linke. Zum Beispiel durch ein neues Vergabegesetz, das für ordentliche Arbeitsbedingungen sorgt. Denn bisher finanzieren Sachsens Steuerzahler ungewollt Lohndumping.

(kw)