Wie kein anderer habe er der Menschheit damals, heute und in Zukunft so einen reichlichen Schatz an Liedern geschaffen, schreibt Gottfried Richter:

In seinem Leben hat Paul Gerhardt an die 130 Lieder geschrieben. Viele davon sind zu wahren Volksliedern geworden. Dreißig seiner Lieder sind im Kirchen-Gesangbuch vorhanden und werden sonntags in den Kirchen von Menschen gesungen.
Familie Gnüchtel hat uns vieles über ihn, sein Leben, seine Familie und der damaligen Zeit berichtet. Und vor allen Dingen wurde viel von seinen Liedern gesungen. Seine Lieder zeugen alle von der Schönheit und Freude am Leben und Gottes großer Schöpfung. Aber auch von Schwierigkeiten und Trauer, denn er lebte in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges in Deutschland. Seine Lieder begleiten die Menschen das ganze Jahr hindurch. Angefangen von seinen schönen Advents- und Weihnachtsliedern, über Oster-, Sommer- und Trauerlieder, bis hin zu den schönsten Abendliedern.
Paul Gerhardt lebte lange Zeit in Lübben im Spreewald. Er wirkte dort als streitbarer Theologe und Prediger in der Lübbener Stadtkirche und starb auch dort. Einige Zeit war er auch Pfarrer in der Nicolai-Kirche in Berlin.
Nach Überlieferungen soll er auch einmal in der damaligen Gemeinde Merzdorf gewesen sein. Ein Brand der damaligen Kirche in Merzdorf soll Inspiration zu dem Lied „Sollt ich meinen Gott nicht singen, sollt ich ihm nicht dankbar sein“ gegeben haben.
Paul Gerhardts Werke legen Zeugnis von der Schönheit der Natur und des Lebens ab, sind Beleg für sein geniales Talent, die deutsche Sprache in herrliche Verse zu fassen.