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| 20:25 Uhr

Europäische Tage des Kunsthandwerks
Liebe, Ton und Porzellan

Maranke und Thomas Thunig haben sich nicht nur in das Töpferhandwerk, sondern durch dieses auch ineinander verliebt. Jeder der beiden hat seine eigene Werkstatt und seinen Stil.
Maranke und Thomas Thunig haben sich nicht nur in das Töpferhandwerk, sondern durch dieses auch ineinander verliebt. Jeder der beiden hat seine eigene Werkstatt und seinen Stil. FOTO: Handwerkskammer Dresden/Werbeage
Schmölln-Putzkau/ Bischofswerda. Das Ehepaar Thunig töpfert mit Leidenschaft. An den Tagen des Europäischen Kunsthandwerks vom 23. bis 25. März gehört es zu jenen Kreativen, die in der Oberlausitz ihre Kreationen präsentieren.

„Der Bazillus Keramikus hat uns beide schon früh ergriffen“, scherzt Maranke Thunig. Die gebürtige Holländerin verliebte sich bei einem Schulpraktikum in die Töpferkunst. Danach gab es kein Wochenende und keine Ferien mehr ohne das Handwerk. 2007 eröffnete die studierte Designerin in Kopenhagen schließlich ihre erste Werkstatt. Ehemann Thomas Thunig kam bereits als Kind über den Töpferei-Betrieb der Eltern zu seiner Profession. Die Leidenschaft für die Keramik brachte das Paar schließlich zusammen – 2008 auf einem Töpfermarkt in Österreich.

Trotz der gemeinsamen Passion für das Töpfern haben die Eheleute nicht nur völlig verschiedene Stile und Herangehensweisen, sondern jeder auch seine eigene Werkstatt. Der Töpfermeister übernahm den Betrieb seiner Eltern in Schmölln-Putzkau und betreibt diesen heute mit neun Mitarbeitern.

Bei Maranke Thunig geht alles eine Nummer kleiner zu – in ihrem gemütlichen Werkstattladen im Herzen von Bischofswerda. Hier können die Besucher der Töpferin bei der Arbeit zuschauen, ihre filigranen Vasen, Lampen, Schalen und Geschirrserien bestaunen und kaufen. Sie schwört bei ihrer Arbeit auf den Werkstoff Porzellan, feinste Verzierungen und ausgefallene Lasuren: „Porzellan erfordert Geduld. Aber es ist durch seine Reinheit ein wunderschöner Untergrund für Farben. Ich mische mir auch gern meine eigenen Glasuren und experimentiere viel mit ihren Zusammensetzungen. Manche kristallisieren oder sie bilden Farbverläufe wie ein Regenbogen. Das ist eine ganz eigene Welt“, sagt die 39-Jährige.

Thomas Thunig setzt in seiner Werkstatt dagegen auf selbst gemischten Steinzeugton, rustikales Gebrauchsgeschirr im Landhausstil und vielfältige handgemalte Motive von der Hagebutte bis zur Libelle. „Wir machen Geschirr für jeden Bedarf – von der Auflaufform bis zur Zitronenpresse. Wichtig ist mir dabei besonders, dass wirklich alles in Handarbeit entsteht. Wenn wir 100 Tassen produzieren, gleicht trotzdem keine der anderen“, sagt der Töpfermeister. Das heißt: vom Anrühren der Ton- und Glasurmischung über das Töpfern, Glasieren, Dekorieren und Brennen geschieht hier alles nach den überlieferten Techniken und mit den traditionellen Werkzeugen dieses uralten Kunsthandwerks.

Das Sortiment wird gleich vor Ort angeboten und in einem der drei Läden in Görlitz, Berlin und auf Rügen oder über den Webshop. Außerdem ist das Ehepaar mit seinen Kreationen auf den Töpfermärkten Europas unterwegs.

„Die Töpferkunst ist wie eine Insel in unserer schnelllebigen Zeit, in der fast alles in Massenproduktion hergestellt wird. Wir versuchen dieses Ursprüngliche, die Tradition zu bewahren“, sagt Thomas Thunig. Deshalb bildet er in seinem Betrieb bereits seit 20 Jahren Keramiker und Kerammaler aus. Nicht wenige Jahrgangsbeste ihres Fachs waren darunter.

Während der Europäischen Tage des Kunsthandwerks präsentieren  Maranke und Thomas Thunig ihre Arbeiten in einer großen Ausstellung im Bistro in Schmölln-Putzkau: am Samstag, 24. März von 12 bis 22 Uhr und am Sonntag, 25. März, von 12 bis 18 Uhr. Außerdem wird es Kindertöpfern, Werkstattrundgänge, Live-Musik, Speis und Trank und vieles mehr geben.

(red/dh)