ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 09:22 Uhr

Klein Partwitz
Letzter Sprung ins kühle Nass

Abbaden bei sechs Grad Wassertemperatur: Zehn Mutige stürzen sich in die kalten Fluten des Partwitzer Sees.
Abbaden bei sechs Grad Wassertemperatur: Zehn Mutige stürzen sich in die kalten Fluten des Partwitzer Sees. FOTO: Anja Guhlan
Klein Partwitz. Zehn Mutige trauen sich am Partwitzer See zum Abbaden ins sechs Grad kalte Wasser. Von Anja Guhlan

Stolz steht Kati Hettmann nur mit einem Handtuch und einem Badeanzug bekleidet am Strand des Partwitzer Sees. Ihr Körper ist bestens durchblutet. Denn die 41-Jährige kommt gerade aus dem Partwitzer See und das Ende Oktober bei sechs Grad Wassertempertur und neun Grad Lufttemperatur. „Das war ein richtig kleiner Kick zum ersten Mal beim Abbaden mit ins kalte Wasser zu gehen“, erzählt sie stolz. „So etwas habe ich schließlich noch nie gemacht“, fügt die Klein Partwitzerin hinzu.

Anja Ittmann von den Lausitzer Seenland Touren hat das erste Abbaden am Partwitzer See initiiert und mit organisiert. „Ziel ist es die Sommersaison mit dem Abbaden auch am Partwitzer See zur Tradition werden zu lassen“, sagt sie. Etwa 50 Leute sind gekommen, doch nur zehn von ihnen wagen letztendlich den Sprung ins kalte Nass.

„Natürlich ist es trotzdem noch eine Überwindung tatsächlich ins Wasser zu gehen, aber  danach fühlt man sich echt gut. Der Körper wird richtig durchblutet und ich habe ein Wohlgefühl“, erzählt der 48-jährige Frank Pawlek aus Dresden.

Für Frank Vogel war das sechs Grad Celsius kühle Nass schon etwas zu warm. „Bei ein bis zwei Grad Celcius ist es am Schönsten“, schwärmt der 58-Jährige.  Er und vier weitere Wellenhüpfer gehören den Eisbadern aus Senftenberg an, die sich „Pirrlliepausen“ nennen. „Wir beginnen im November mit unserem Anbaden. Wir gehen regelmäßig von November bis März baden“, erklärt der Vorsitzende. Für ihn hat das Abbaden oder Eisbaden bereits schon gesundheitliche Aspekte. Große Erkältungen bleiben bei ihm inzwischen aus.

Für Stefan Petschick war das Abbaden eine tolle Erfahrung. „In der Gemeinschaft traut man sich eher ins kalte Wasser. Allein hätte ich mich wahrscheinlich nicht überwinden können“, sagt der 23-Jährige. Aber das Abbaden hatte noch einen anderen positiven Effekt: Stefan Petschick engagiert sich ehrenamtlich bei der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Klein Partwitz. „Wenn wir als Kameraden im Winter eventuell mal Menschenleben im Wasser retten müssen, weiß ich jetzt, wie kalt ungefähr sich das Wasser anfühlt“, sagt er. Es ist also auch eine Art Vorbereitung auf seine Arbeit als Feuerwehrmann gewesen.

Länger im Wasser  zu bleiben, ist wohl das Schwierigste, denn da ist es besonders kalt. Als Erstes wurden bei allen Teilnehmern die Füße eisig. So hat es nur wenige Minuten gedauert, bis die zehn Mutigen wieder aus dem Wasser in den Strandbereich kamen. Dort gab es zum Aufwärmen Glühwein und Tee am wärmenden Feuer.

Für Anja Ittmann aus Klein Partwitz war das erste Abbaden am See vor der Haustür ein voller Erfolg, das im nächsten Jahr wahrscheinlich wieder zum Ende der Sommerzeit wiederholt wird.