| 15:15 Uhr

Lohsa
Letzter Adrenalin-Schub für dieses Jahr

Beim schnellen Reifenwechsel sind die beiden Mechaniker Erik Wiesenhütter und Bernd Günther (r.) ein eingespieltes Team: Kartsportler Michael Stoppel (Mitte) konzentriert sich indes schon auf seinen nächsten Start.
Beim schnellen Reifenwechsel sind die beiden Mechaniker Erik Wiesenhütter und Bernd Günther (r.) ein eingespieltes Team: Kartsportler Michael Stoppel (Mitte) konzentriert sich indes schon auf seinen nächsten Start. FOTO: Heinz Hirschfeld
Lohsa. Auf der Kartbahn Lohsa fahren die Karts jetzt in die Winterpause. Die Saison war gut - aber diesem Sport fehlt es an Nachwuchs.

„Der letzte Adrenalin-Kick für dieses Jahr. Dann ist erstmal Schluss bis zum nächsten Frühjahr. Leider“, sagt Michael Stoppel. Der 42-Jährige aus Klein-Bergen schiebt sein Kart zum Training auf die Rennstrecke der Kartbahn Lohsa. Die Fahrbahn ist bei dem nasskalten Wetter glitschig. Deshalb will es gut überlegt sein, welche Reifen bei diesen Verhältnissen die besten sind. Die beiden Mechaniker Bernd Günther und Erik Wiesenhütter helfen bei der Entscheidung und sind immer operativ vor Ort, wenn Motorsportler Michael Stoppel ins Rennen geht.

Der Sportler vom MC Lohsa ist am vergangenen Wochenende natürlich einer von etwa 80 Teilnehmern, die beim fünften „Lutz Döpmann Memorial“ starten. Dieses Winterpokalrennen ist gleichzeitig das Saisonende der Kartrennen auf der Lohsaer Rennstrecke. Ein Muss für jeden begeisterten Kartsportler der Region.

Michael Stoppel ist mit Karts und dem Benzinduft, den sie verströmen aufgewachsen. Schon als Kind war die Kartbahn sein zweites Zuhause, denn auch Vater Stoppel fuhr schon zu DDR-Zeiten Kartrennen. Zum diesjährigen „Lutz Döpmann Memorial“ waren mit Michael Stoppel, seinem 69-jährigen Vater, den beiden Enkeln, und Michaels Bruder gleich fünf Stoppels mit ihren Karts auf der Rennstrecke. Michael Stoppel verrät, warum das Kartfahren einen Teil seines Lebens ausmacht: „Die ganze Familie ist hier zusammen, auch viele Freunde. An der Rennstrecke und auch abends bei den geselligen Treffs im Fahrerlager lernt man immer neue Gleichgesinnte kennen“, erzählt er. Faszinierend finde er auch, dass man bei den Karts noch so einiges selbst schrauben kann. „Eine Herausforderung, wenn es mal nicht so optimal läuft. Und um so größer ist die Befriedigung, wenn man es mit seinem Mechanikerteam hingekriegt hat.“

Michael Stoppels Hausbahn, auf der er schon seit Jahrzehnten seine Runden dreht, ist die Kartbahn Lohsa. Mit ihren 50 Jahren auf dem Buckel ist sie super in Schuss, und das waldähnliche Ambiente verleiht einen Hauch Gemütlichkeit.

Manche Kartsportler sagen, dass die Lohsaer Rennstrecke eine der besten in Deutschland sei. Seit neun Jahren ist hier Mathias Lesch der Chef. Der Kartbahnbetreiber und -inhaber zeigt sich mit dem Verlauf der diesjährigen Rennsaison 2017 zufrieden. Ein Problem macht allerdings auch vor dem MC Lohsa nicht Halt: „Es gibt leider immer weniger Jugendliche, die diesen Sport betreiben wollen. Wir im Verein versuchen diesem Trend entgegenzuwirken, in dem wir einmal im Jahr auf der Kartbahn ein Seifenkistenrennen veranstalten. Wenn sich das richtig etabliert hat, hoffen wir schon, dass mancher Jugendliche dann ins Kart umsteigt“, sagt Mathias Lesch.

Am Sonntag sandte Wettergott Petrus allerdings erstmal kein gutes Omen: Das Abschlussrennen musste wegen der stürmischen Witterung abgebrochen werden.